talent360: Frau Gula, bei Indeed können Unternehmen ihre Recruitingkampagnen schon länger nach Ergebnissen steuern. Was ist jetzt auch bei Stepstone möglich?
Kamila Gula: Auch Stepstone bietet entsprechende Kampagnen an, etwa mit Abrechnung pro Bewerbung. Unternehmen bekommen damit eine weitere Möglichkeit, ihr Budget gezielt einzusetzen. Entscheidend bleibt: Welche Bewerbungen helfen, die offene Stelle zu besetzen?

Wie profitieren Unternehmen davon?
Sie können Budget nach ihrem tatsächlichen Bedarf verteilen. Für eine Stelle mit genügend passenden Bewerbungen lässt sich die Ausgabe pausieren. Bei einer anderen fehlen geeignete Kontakte. Dort kann mehr Budget sinnvoll sein. Dafür müssen Unternehmen Qualität konkret festlegen: Welche Qualifikation ist nötig? Passen Arbeitsort und Verfügbarkeit? Wie viele Bewerber kommen ins Gespräch? Erst Kosten und Qualität zusammen zeigen, welcher Kanal sich lohnt.
Dabei fällt oft das Wort „programmatisch“. Was heißt das?
Software spielt Stellenanzeigen automatisiert aus und verteilt Werbebudget anhand von Daten und Regeln. Sie berücksichtigt beispielsweise, wo Bewerbungen entstehen und was sie kosten. Welche Einstellungen möglich sind, hängt vom Angebot ab. Ob die Bewerber zur Stelle passen, muss das Recruiting-Team bewerten. Diese Rückmeldung gehört zur Steuerung dazu.
Wo wird es ohne Steuerung teuer?
Wenn Geld weiterfließt, obwohl die Ergebnisse nicht passen. Eine Kampagne bringt viele Bewerbungen, aber kaum geeignete. Eine andere läuft weiter, obwohl die Stelle besetzt ist. Wer Kosten und Bewerberqualität getrennt betrachtet, erkennt das oft zu spät. Dann ist das Budget verbraucht, ohne die Besetzung voranzubringen. Fehlt der gemeinsame Überblick, bleibt unklar, was geändert werden muss. Beim nächsten Budget wiederholt sich derselbe Fehler.
Warum braucht es dafür Profis?
Die Plattformen bieten viele Möglichkeiten: Anzeigen gestalten, Stellen bündeln, Budgets verteilen und Kampagnen anpassen. Je mehr Einstellungen möglich sind, desto wichtiger sind Fachwissen und ein Steuerungssystem. Liegt ein schwacher Rücklauf am Titel, am Standort oder am Bewerbungsprozess? Profis prüfen die Ursache, bevor sie mehr Geld einsetzen. Mein Rat: immer mit Profis arbeiten. Intern oder extern. Software übernimmt nur ausführende Aufgaben. Menschen setzen Ziele, bewerten Ergebnisse und greifen ein.
Welche Rolle spielt eine zentrale Steuerungsplattform?
Die Jobplattformen liefern eigene Auswertungen. Wer mehrere Kanäle nutzt, braucht daraus ein gemeinsames Bild: Welche Stelle verursacht welche Kosten? Wo fehlen passende Bewerbungen? Was muss angepasst oder gestoppt werden? Eine zentrale Steuerungsplattform bündelt die verfügbaren Kampagnendaten. Ergänzt um die Bewertung der Bewerbungen wird sichtbar, wo das Budget sinnvoll eingesetzt ist und wo nachgesteuert werden muss.

Wie unterstützt talent360 dabei?
Mit talent.Reach bündeln wir Recruitingkampagnen, Budgets und Ergebnisse zentral in talent.Flow. Persönliche Kampagnenbetreuung ergänzt die technische Steuerung. Welche Kanäle einbezogen werden können, hängt von den verfügbaren Anbindungen ab. So verbinden wir den Überblick in einer Plattform mit Fachleuten, die Kampagnen prüfen und konkrete Anpassungen ableiten.
Was ist Ihr Rat für den Einstieg?
Starten Sie mit wenigen wichtigen Stellen, einem klaren Budget und festen Kriterien für passende Bewerbungen. Legen Sie fest, wer die Ergebnisse prüft und wann eingegriffen wird. Vergleichen Sie Kosten und Qualität je Stelle und Kanal. Die entscheidende Frage lautet: Wo bringt uns der nächste Euro einer passenden Besetzung näher?
