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Gehalt: Das haben die Personalvorstände im Dax 2020 verdient

Geldregen für CHROs?
Vor Altersarmut muss wohl keine Personalvorständin und kein Personalvorstand eines Dax-Konzerns Angst haben. (Foto: fotomek – stock.adobe.com)

Von allen Personalvorständen in Deutschlands
Aktien-Leitindex Dax bekam Janina Kugel im vergangenen Jahr die höchste
Vergütung – obwohl sie ihren Posten im Siemens-Vorstand > schon Ende Januar
abgab
. Durch Boni und Incentives erhöhte sich ihr Festgehalt von knapp 400.000
auf gut 2,6 Millionen Euro – wobei sie natürlich nicht das ganze Geld nur für
den einen Monat erhielt.

Für unsere Vorstandsvergütungs-Analyse der
Dax-Personalvorstände haben wir uns durch die Geschäftsberichte jener Konzerne
gearbeitet, die im Laufe des Jahres 2020 Teil des wichtigsten deutschen
Aktienindexes waren. Die Angaben beziehen sich auf den sogenannten Zufluss nach
den Richtlinien des Deutsche Corporate Governance Kodex, da damit jene
(Brutto-)Vergütung beschrieben wird, die letztlich an den Vorstand gezahlt
wird. Die Versorgungsansprüche, die noch einmal sechs- bis siebenstellige
Beträge ausmachen, haben wir dabei nicht mit eingerechnet, sondern lediglich
feste Gehaltsbestandteile auf der einen und variable auf der anderen Seite.

Long Time Incentives großer Teil der Vergütung

Wobei letztere insbesondere bei Personalvorständen, die im
Laufe des Jahres ausschieden, einen sehr großen Teil der Vergütung ausmachen
können. Denn auch der nach Janina Kugel Zweitplatzierte im Ranking,
Ex-SAP-Personalvorstand und -Arbeitsdirektor Stefan Ries, erhielt zusätzlich zu
seinem Grundgehalt von 302.100 Euro für die Monate Januar bis Mai einen variablen Gehaltsanteil von gut 2,1 Millionen Euro, so dass er sich über insgesamt rund 2,4 Millionen
Euro freuen darf.

Dass die beiden trotz nur weniger Monate Vorstandstätigkeit
im Jahr 2020 so viel Geld verdienten, liegt vor allem daran, dass in den
meisten Konzernen ein Großteil der Vorstandsvergütung in variabler Form gezahlt
wird – und ein nicht zu verachtender Teil davon als Long Time Incentive (LTI),
also langfristige Anreize. So entfielen bei Kugel rund 90 Prozent der Boni auf
LTI. Umgekehrt fehlen diese variablen Gehaltsbestandteile bei
Vorstands-Neulingen, was einer der Gründe ist, weshalb Sebastian Biedenkopf, > seit Anfang Dezember Vorstand Recht, Compliance, Versicherungen und
Personalwesen sowie Arbeitsdirektor bei Fresenius
, “nur” seine 54.000 Euro
Festgehalt bekam.

Kaum Unterschiede zwischen Männern und Frauen

Zu den Topverdienern gehörten neben Kugel und Reis sowie
> Henkel-Personal- und Infrastruktur-Vorständin Sylvie Nicol (insgesamt 2,05
Millionen Euro) vor allem die Personalchefinnen- und Chefs aus der
Automobilbranche. So konnte sich > Gunnar Kilian, der bei Volkswagen neben dem
Personalressort auch den Bereich Truck & Bus verantwortet
, über das höchste
Festgehalt (1,4 Millionen Euro) und eine Gesamtsumme von gut 2,3 Millionen Euro
freuen, > Noch-Daimler-Personalvorstand und Arbeitsdirektor Wilfried Porth über
ebenfalls rund 2,3 Millionen Euro und > BMW-Vorständin und Arbeitsdirektorin Ilka
Horstmeier
über immerhin noch gut 2 Millionen Euro freuen.

Dagegen wirken die jeweils insgesamt gut 1,4 Millionen Euro,
die Ariane Reinhardt (Continental), Thomas Ogilvie (Deutsche Post) und > Birgit
Bohle
(Deutsche Telekom) für die gesamten 12 Monate erhielten, fast schon wie
Schnäppchen. Angst vor Altersarmut dürften aber auch diese drei Topmanagerinnen
und Topmanager nicht haben. Und: Einen signifikanten Unterschied zwischen der
Vergütung von Männern und Frauen konnten wir bei unserer Analyse nicht
entdecken.

Zudem sind, bezieht man auch Vorstandsvorsitzende mit ein,
die etwa als Arbeitsdirektor dezidiert auch für den Bereich Human Resources verantwortlich
sind, liegen die Gehälter häufig noch einmal höher. So bekam Vonovia-Chef Rolf
Buch, der eben auch für den Bereich Personal zuständig ist, 5,4 Millionen Euro,
der Vorstandsvorsitzende und Arbeitsdirektor von Eon, Johannes Teyssen, sogar
gut 6 Millionen Euro.

Ist Chef vom Dienst der Personalwirtschaft Online und kümmert sich unter anderem um die Themenplanung der Webseite. Texte schreibt er vor allem über Themen aus den Bereichen Arbeitsrecht, Digitalisierung und dem Mittelstand.