120 Mitarbeitende arbeiten im Kinder- und Jugendhospiz Sternenbrücke in Hamburg, um jungen unheilbar kranken Menschen einen würdevollen Weg in den Tod zu bereiten. Sie mindern körperliche Leiden, stehen mit psychosozialem Angebot an der Seite des Umfelds und organisieren die Bewirtschaftung und Verwaltung der Einrichtung. Trägerin des Hospizes ist seit 2001 eine gleichnamige Stiftung. Fürsorge den eigenen Mitarbeitenden gegenüber will die Einrichtung auch mit der Einrichtung einer bAV vorleben. Beim Deutschen bAV-Preis wurde das Konzept mit dem zweiten Preis in der Kategorie „Kleine und mittlere Unternehmen“ gewürdigt. Torsten Kilian, Leitung Personalwesen, erklärt das Modell: „Gemeinsam mit der R+V Lebensversicherung haben wir ein betriebliches Versorgungswerk eingerichtet, das den Mitarbeitenden ermöglicht, Entgelt zugunsten der betrieblichen Altersvorsorge umzuwandeln. Die Durchführung erfolgt über eine Direktversicherung.“ Dabei schießt die Stiftung einen Grundbeitrag von 25 Euro je Mitarbeitenden als vermögenswirksame Leistung zu. Dies mache das Modell so beliebt, meint Kilian. „Die These ‚Betriebsrente für null‘ war vermutlich ausschlaggebend dafür, dass sich nahezu alle Mitarbeitenden für einen persönlichen Beratungstermin entschieden haben.“ Inzwischen sind 80 Prozent der Arbeitnehmenden dem Vorsorgemodell beigetreten. Der Arbeitgeber bezuschusst den Umwandlungsbetrag in Höhe von 25 Prozent.
Dass die Mitarbeitenden nicht zugunsten der langfristigen Geldanlage Einbußen bei ihrer Kaufkraft hinnehmen müssen, sei der Beliebtheit besonders zuträglich, meint Kilian. Möglich ist dies durch Entgeltbausteine, die die entstandene Einkommenslücke wieder schließen. So fließen durchschnittlich 100 Euro pro Monat in die Kapitalanlage, die in einschlägigen Aktienindizes angelegt wird. „Hier besteht die Möglichkeit, zwischen der sicheren und der chancenorientierten Anlageform zu wählen, wobei mindestens 55 Prozent in sicheres Kapital anzulegen sind“, erklärt Kilian. Grundsätzlich würden die Rentenleistungen lebenslänglich ausgezahlt werden, doch kann auch eine einmalige Kapitalleistung erfolgen.
Mit der Bewerbung beim Deutschen bAV-Preis wollte die Stiftung zeigen, dass auch Mitarbeitende kleinerer Unternehmen zu attraktiven Konditionen der drohenden Versorgungslücke im Alter begegnen können. „Gemeinsam mit der R+V Versicherung ist es uns gelungen, die oftmals vernachlässigte betriebliche Altersvorsorge ins Bewusstsein aller Mitarbeitenden zu holen“, so Kilian. In unsicheren Zeiten sei die Absicherung im Alter für Bewerbende besonders wichtig. Es gebe einen Wunsch nach „Beständigkeit, Sicherheit und Zusammenhalt“, meint Kilian. Insbesondere für jüngere Mitarbeitende und solche, die in Teilzeit arbeiten, komme die Stiftung diesem Wunsch nun nach. Ergänzt wird das Konzept durch eine Invaliditäts- und Gesundheitsvorsorge sowie ein Lebensarbeitszeitkonto, das die betriebliche Zugehörigkeit bei der Sternenbrücke belohnt.
