Mehr Unternehmen haben im Juli 2022 einen Fachkräftemangel gespürt als im Quartal zuvor. Gut 43 Prozent der Arbeitgeber haben Schwierigkeiten, geeignete Arbeitskräfte zu finden. Im April 2023 hatten dies noch rund 42 Prozent. Das geht aus einer Konjunkturumfrage des ifo Instituts hervor, an der rund 9.000 Unternehmen in Deutschland teilnahmen. Vom Allzeithoch des Fachkräftemangels sind wir derzeit allerdings noch entfernt. Im Juli 2022 hatten fast 50 Prozent aller Unternehmen über Engpässe an qualifizierten Arbeitskräften geklagt.
Den Fachkräftemangel spürt weiterhin vor allem der Dienstleistungssektor. Dort stehen rund 50 Prozent der Arbeitgeber vor dem Problem, nicht genügend geeignete Arbeitskräfte zu finden. Im April waren es gut 47 Prozent. Innerhalb des Sektors zeigt sich der größte Fachkräftemangel bei der Steuer- und Rechtsberatung. Dort finden derzeit mehr als 75 Prozent der Arbeitgeber nicht die Bewerberinnen und Bewerber, die sie brauchen. Der größte Anstieg innerhalb der Dienstleistungsbranche findet sich allerdings im Verkehrsbereich sowie in Architektur- und Ingenieurbüros, wo zwei Drittel aller Unternehmen über einen Fachkräftemangel klagen – drei Monate zuvor waren es etwa fünf Prozent weniger.
Auf Platz zwei des Branchenrankings befindet sich der Einzelhandel. Dort verzeichnen gut 35 Prozent einen Engpass an qualifizierten Arbeitskräften (im April knapp 37 Prozent). Platz drei belegt das verarbeitende Gewerbe mit rund 35 Prozent (fast gleichbleibend zum April). Im Bauhauptgewerbe, also dem Tief-, Hoch-, Straßen- und Spezialbau, beklagen gut 31 Prozent der Unternehmen einen Fachkräftemangel (im April gut 32 Prozent), im Großhandel gut 30 Prozent (im April knapp 34).
Lena Onderka ist redaktionell verantwortlich für den Bereich Employee Experience & Retention – wozu zum Beispiel auch die Themen BGM und Mitarbeiterbefragung gehören. Auch das Thema Diversity betreut sie. Zudem ist sie redaktionelle Ansprechpartnerin für den Deutschen Human Resources Summit und das HR Forum Banking.

