bAV-Preis – 2. Preis Kategorie Großunternehmen: ZF Friedrichshafen

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Heute nehmen 23.000 Beschäftigte am neuen Modell teil. Gleichzeitig profitiert der Arbeitgeber durch finanzielle Entlastungen. „Wir haben die bAV-Welt von ZF für Deutschland überarbeitet und alle Altzusagen darin einbezogen“, erklären Dieter Schorr, Director Risk and Pension Management, und Alexandra Liebhart, Projektleitung ZF Vorsorge. Die ersten Ideen für die neue „ZF Versorgungsordnung“ entstanden 2015. Nach mehreren Verhandlungsrunden konnten sich Arbeitgeber und Gesamtbetriebsrat darauf einigen. Die komplexe Implementierung begann 2020.

Der neue bAV-Plan stützt sich auf eine wertpapiergebundene Zusage in Form einer Direktzusage, also einer unmittelbaren Versorgungszusage. Die Beschäftigten entscheiden selbst und frei über ihre Teilnahme, für die sie mindestens 1 Prozent ihres Bruttogehalts in die Betriebsrente umwandeln müssen. Zudem zahlt der Arbeitgeber einen Matching-Beitrag. Dessen Höhe ist gesplittet in Anlehnung an die Entgeltumwandlung oberhalb und unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze. Je mehr Entgelt ein Beschäftigter umwandelt, desto höher ist auch das Matching des Arbeitgebers. ZF zahlt die Beiträge für die Betriebsrente in das unternehmenseigene CTA, den „ZF Pension Trust“, ein. Das Kapital wird dort in drei Fonds angelegt, die altersabhängig in Bezug auf die einzelnen Anwärter sind und die entsprechend unterschiedliche Risikoprofile je nach Lebensalter haben. Die bAV-Zusage umfasst weitere Risikoleistungen, etwa Erwerbsminderungsleistungen und Hinterbliebenenleistungen. Die Beschäftigten können die Beitragshöhen und -zeiten sowie die Entgeltarten mit einzelnen Risikoleistungen flexibel kombinieren. Auch in der Auszahlungsphase können die Beschäftigten zwischen mehreren Optionen wählen. Möglich sind 20 Raten, zehn Raten, ein Einmalkapital, Rentenzahlungen oder Kombinationen aus diesen Optionen. Die Einführung der neuen Versorgungsordnung innerhalb der Mitarbeiterschaft erfolgte in drei Schritten. Zunächst erhielten die Neueintritte und die unversorgten Beschäftigten des übernommenen Unternehmens TRW mit rund 8.200 Beschäftigten die Möglichkeit, in das neue bAV-System einzutreten. Im zweiten Schritt folgten rund 39.000 Bestandsmitarbeiter in Deutschland mit ihren Altzusagen. Alle Beschäftigten bekamen ein individuelles Angebot samt Transferrechnung und hatten dabei auch die Option, nicht zu wechseln und im alten System zu verbleiben. Im letzten Schritt wurden die 3.000 Mitarbeiter des zwischenzeitlich übernommenen Unternehmens WABCO einbezogen, sodass der Abschluss des Projekts bis 2023 dauerte.

Mit der neuen Versorgungsordnung verfolgte ZF mehrere Ziele. So wollte der Konzern in Deutschland eine gemeinsame bAV anstelle vieler Einzelpläne. Zudem sollten die unversorgten Beschäftigten der übernommenen Unternehmen eine bAV erhalten. Ein weiteres Ziel war, allen Beschäftigten eine moderne Altersversorgung mit flexiblen Wahlmöglichkeiten anzubieten. Auf der finanziellen Seite wollte der Konzern eine spürbare und nachhaltige Verbesserung der Bilanzkennzahlen erreichen. Finanzielle Risiken aus der bAV sollten reduziert und für das Unternehmen planbarer werden.