Aktuelle Ausgabe neu

Newsletter

Abonnieren

Corona-Impfung: Leopoldina-Wissenschaftler fordern Auskunftspflicht

Artikel anhören
Artikel zusammenfassen
Teilen auf LinkedIn
Teilen per Mail
URL kopieren
Drucken

Impfnachweis
In Zukunft könnte es Arbeitgebern erlaubt sein, nach Impf- oder Genesenenstatus ihrer Beschäftigten zu fragen. (Foto: Ralf – stock.adobe.com)

Bislang dürfen Arbeitgeber ihre Belegschaft nur in wenigen Ausnahmefällen fragen, ob sie gegen das Corona-Virus geimpft sind oder eine Infektion überstanden haben. Geht es nach den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Leopoldina, soll sich das in Zukunft ändern. Das geht aus dem Vorwort zur aktuellen Ad-Hoc-Stellungnahme der Gelehrten hervor, in der es eigentlich um die Forschung von antiviralen Medikamenten zur Covid-Bekämpfung geht. Zuerst hatte der Spiegel darüber berichtet.

Der Text, den der Präsident der Akademie Gerald Haug unterschrieben hat, fordert wörtlich „eine angemessenere Regelung zur Offenlegung des Impfstatus in der Arbeitsschutzverordnung“. Zuletzt hatte es immer wieder Kritik daran gegeben, dass Unternehmen zwar in einigen Bundesländern 3G-Regelungen durchsetzen müssen, gleichzeitig aber (zumindest offiziell) ihre Mitarbeitenden nicht nach ihrem Impf- oder Genesenenstatus fragen dürfen. Lediglich etwa in Pflegeheimen ist das Arbeitgebern erlaubt.

Impfpflicht für Multiplikatoren

Neben der Auskunftspflicht wird in dem Papier eine „Impfpflicht für Multiplikatoren“ gefordert, womit wohl nicht nur Pflegerinnen und Pfleger gemeint sind, sondern zum Beispiel auch Lehrerinnen und Lehrer, die insbesondere in jüngeren Klassen oft mit vielen ungeimpften Menschen Kontakt haben – schließlich ist die Impfung erst ab 12 Jahren zugelassen.

Die Leopoldina leistet als Nationale Akademie der Wissenschaften unabhängige wissenschaftsbasierte Politikberatung unter anderem gegenüber der Bundesregierung. Die Akademie legt dabei Wert darauf, dass interdisziplinären Stellungnahmen auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse zwar Handlungsoptionen aufzeigen, „zu entscheiden [aber] Aufgabe der demokratisch legitimierten Politik“ ist.

Matthias Schmidt-Stein koordiniert die Onlineaktivitäten der Personalwirtschaft und leitet gemeinsam mit Catrin Behlau die HR-Redaktionen bei F.A.Z. Business Media. Thematisch beschäftigt er sich insbesondere mit den Themen Recruiting und Employer Branding.