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Fast jeder zweite Bewerber macht sich Sorgen

Was geschieht mit den gespeicherten Bewerberdaten? Viele Kandidaten fragen sich das und sind Unternehmen gegenüber misstrauisch.
Foto: © sdecoret/Fotolia.de
Was geschieht mit den gespeicherten Bewerberdaten? Viele Kandidaten fragen sich das und sind Unternehmen gegenüber misstrauisch.
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Zurzeit ist die kürzlich in Kraft getretene Datenschutz-  grundverordnung (DSGVO) in aller Munde. Doch wie wichtig ist Arbeitnehmern der Schutz ihrer Daten im Karriereumfeld? Eine Studie kommt zu dem Ergebnis, dass den meisten Deutschen der Datenschutz rund um die Jobsuche und den Bewerbungsprozess wichtiger ist als bei anderen Aktivitäten im Internet.

In einer Studie im Auftrag von > Viasto gaben 86 Prozent der Befragten an, dass ihnen Datenschutz rund um ihre Jobsuche wichtiger ist als zum Beispiel bei Einkäufen im Internet oder bei der Registrierung bei anderen Online-Diensten. Fast jeder Zweite (48 Prozent) befürchtet sogar, dass seine Bewerbungsdaten bei den Unternehmen nicht sicher sind. Für die Studie wurden in Deutschland 1021 Arbeitnehmer mit akademischem Hintergrund befragt.

Angst vor Hackern und kommerzieller Nutzung der Daten

Hinsichtlich des möglichen Missbrauchs ihrer Daten befürchten Bewerber vor allem, dass ihre Daten in den Bewerberdatenbanken gehackt und anschließend für kommerzielle Zwecke genutzt werden könnten. Rund ein Drittel der Befragten (32 Prozent) sieht darin die größte Gefahr. Mehr als jeder Vierte (27 Prozent) sorgt sich um einen möglichen Weiterverkauf seiner Daten und 26 Prozent sehen das Risiko, dass die Daten anderweitig genutzt werden könnten.

Vier von zehn Bewerbern lesen die Datenschutzrichtlinien der Unternehmen

Um zu erfahren, wie Unternehmen mit ihren Daten umgehen, lesen immerhin 42 Prozent der Bewerber während des Bewerbungsprozesses die Datenschutzrichtlinien des potenziellen Arbeitgebers. Vor allem männliche Bewerber erkundigen sich außerdem auf Bewertungsplattformen wie Kununu, wie genau es ein Unternehmen mit den Bewerberdaten nimmt. Vier von zehn Befragten beschäftigen sich jedoch nicht mit dem Thema Datenschutz, weil es ihnen zu komplex ist. Und 28 Prozent der jüngeren Befragten zwischen 18 und 29 Jahren ist das Thema vollkommen egal.

Ausländischen Arbeitgebern und HR-Dienstleistern wird eher misstraut

Die Studienergebnisse zeigen, dass die Befragten deutschen Unternehmen eher vertrauen als solchen, die im Ausland angesiedelt sind. Während 40 Prozent der Studienteilnehmer kleinen und mittelständischen Unternehmen hierzulande in Sachen Datenschutz misstrauen, sind es bei KMU im Ausland 59 Prozent. Bei deutschen Konzernen haben 31 Prozent Befürchtungen, bei ausländischen 60 Prozent. Deutschen Startups gegenüber sind 40 Prozent der Befragten skeptisch, jedoch fast drei Viertel (73 Prozent) unterstellen ausländischen Startups, nicht sorgfältig mit den Daten umzugehen. Dem Öffentlichen Dienst in Deutschland vertrauen die Befragten am meisten; lediglich 22 Prozent gehen dort von einem sorglosen Umgang mit Datenfragen aus.

Bei HR-Dienstleistern haben die Studienteilnehmer weniger Bedenken als bei künftigen Arbeitgebern: Mehr als drei Viertel (76 Prozent) gehen davon aus, dass die Dienstleister vertrauenswürdig sind und sich an Datenschutzrichtlinien halten. Personaldienstleistern aus dem EU Ausland vertrauen noch 60 Prozent der Bewerber, Dienstleistern aus den USA lediglich 25 Prozent und solchen aus anderen Staaten außerhalb der EU nur noch Prozent.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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