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Homeoffice für viele Fachkräfte keine Option

Geteilte Zeichnung mit Schreibtisch auf der einen, Laborarbeiterin auf der anderen Seite
Homeoffice statt Arbeitsplatz: Für Mitarbeiter im Gesundheitswesen, in Logistikzentren oder Supermärkten geht das nur in den wenigsten Fällen. Bild: Mudassar Iqbal/Mohamed Hassan/Pixabay

Die Diskussion um Homeoffice in der Corona-Krise geht an vielen Arbeitnehmern komplett vorbei. Das legt eine Befragung des Portals Meinestadt.de nahe. 68 Prozent der rund 1.640 Befragten Arbeitnehmer mit Berufsausbildung geben an, dass in ihrem Beruf oder ihn ihrer Branche Homeoffice grundsätzlich nicht möglich ist. Oft betrifft das Arbeitnehmer in systemrelevanten Berufen wie Pflegekräfte, Logistik-Fachkräfte oder Supermarkt-Mitarbeiter. “Homeoffice-Lösungen greifen bei diesen Berufsgruppen nicht, da braucht es zielgruppenspezifische Ansätze”, sagt Wolfgang Weber, Geschäftsführer von meinestadt.de.

Insgesamt sind rund 61 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland nicht-akademische Fachkräfte – nur jeder Fünfte von ihnen hat die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten. Diejenigen, die es können, sind zufrieden: 68 Prozent von ihnen geben an, dass der Austausch mit Kollegen reibungslos läuft, rund 90 Prozent spüren das Vertrauen ihrer Vorgesetzten, dass sie ihre Arbeit auch von zu Hause aus gut erledigen.

Viele Überstunden, aber wenig Angst vor Insolvenz

Die aktuelle Situation beeinflusst den Arbeitsalltag der Fachkräfte. Ein knappes Drittel der Befragten gibt an, dass so viel Arbeit zu tun ist, dass sich viele Überstunden anhäufen. 57 Prozent befürchten, dass die Corona-Krise ihrem Unternehmen große finanzielle Einbußen bringt – dass deshalb Unternehmen in die Insolvenz müssen, glauben allerdings nur 7 Prozent.

Geteilt sind die Meinungen in der Frage, ob die aktuellen Einschränkungen eine Chance dafür sind, die Arbeitswelt nachhaltig zu flexibilisieren und zu digitalisieren. Während 38 Prozent überzeugt sind, dass Corona dahingehend etwas bewirkt, sehen 24 Prozent keine Chance auf Arbeitskultur-Änderungen druch die Krise. Die restlichen 38 Prozent sind sich unsicher.

Großes Verständnis für Maßnahmen

Relativ einig sind sich die befragten nicht-akademischen Fachkräfte darin, dass die von den Regierungen verhängten tiefgreifenden Einschränkungen gegen die Ausbreitung des SARS-CoV2-Virus richtig sind. 32 Prozent halten sie für “angemessen und genau richtig umgesetzt”. Weitere 50 Prozent begrüßen die Maßnahmen, meinen aber, sie kamen zu spät. Nur 7 Prozent finden die Einschränkungen nicht angemessen. Rund 70 Prozent fühlen sich umfassend über die aktuelle Lage informiert und sind zufrieden mit der Medienberichterstattung.