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Gesundheitliche Probleme durch Homeoffice

Mann auf Sofa arbeitet am Wohnzimmertisch und hat Nackenschmerzen
Viele Homeworker müssen am Wohnzimmertisch arbeiten. Muskelschmerzen sind nicht selten. Foto: © Paolese-stock.adobe.com

Derzeit haben bereits 53 Prozent der Beschäftigten Erfahrungen mit der Arbeit im Homeoffice. In manchen Branchen, beispielsweise Banken, Versicherungen, IT oder Telekommunikation, beträgt der Anteil sogar schon 80 Prozent oder mehr. Das geht aus der Studie “Arbeiten im Homeoffice” von > Aeris hervor. Dafür wurden 2000 Arbeitnehmer in der DACH-Region befragt.

Vier von zehn Homeworkern haben kein eigenes Arbeitszimmer

Von den Heimarbeitern verfügt gut die Hälfte (56 Prozent) über ein eigenes Arbeitszimmer, 44 Prozent hingegen müssen ihren Job am Ess-, Küchen- oder Wohnzimmertisch oder im Schlaf- und Gästezimmer erledigen. Wer ein Arbeitszimmer hat, muss es sich häufig mit dem Partner teilen oder sich mit ihm in der Nutzung abwechseln. Circa jeder zweite Befragte (53 Prozent) gibt an, sein Arbeitsplatz sei technisch deutlich schlechter ausgestattet als der in der Firma. Ebenso viele (54 Prozent) sagen, dass dies auch für die Büromöbel zutrifft. Jeder Dritte wünscht sich auch für zuhause einen ergonomischen Bürostuhl und einen höhenverstellbaren Schreibtisch.

Beschwerden von Rückenschmerzen bis zu Depressionen

Die Befragung ergab außerdem, dass 64 Prozent der Studienteilnehmer gesundheitliche Probleme haben, die sie auf die Arbeit im Homeoffice zurückführen. Von den Homeworkern, die das Schlaf- oder Gästezimmer zum Arbeiten nutzen müssen, klagen sogar drei Viertel über gesundheitliche Schwierigkeiten. Am häufigsten sind Rückenschmerzen; gut jeder Vierte (26 Prozent) leidet darunter. An zweiter Stelle der Beschwerden stehen Muskelschmerzen – beispielsweise im Nacken- und Schulterbereich – sowie Kopfschmerzen. Jeweils rund jeder Fünfte (21 Prozent) berichtet darüber. Weitere 20 Prozent stellen bei sich Müdigkeit und Erschöpfung sowie Stress und Unruhe fest. Außerdem hat fast jeder Achte (zwölf Prozent) psychische Probleme, unter anderem Depressionen und Abgeschlagenheit. Eine weitere Folge der Arbeit in den eigenen vier Wänden ist, dass Heimarbeiter an Gewicht zulegen.

Arbeitsplatz sollte so gesund wie möglich eingerichtet sein

Viele Ursachen der geschilderten gesundheitlichen Probleme seien ganz offensichtlich in der Gestaltung des heimischen Arbeitsplatzes zu finden, so die Studienautoren von Aeris, Hersteller von Aktivstühlen und Bewegungslösungen, unter anderem für den Homeoffice-Bereich. Die dunkle Jahreszeit dürfte diese gesundheitlichen Probleme noch verstärken, sagt Aeris-Gründer Josef Glöckl. Viele Unternehmen hätten die Homeoffice-Quote wieder spürbar erhöht, außerdem fielen im Herbst und Winter die Möglichkeiten, sich draußen sportlich zu betätigen, noch deutlich geringer aus. Daher sei es umso wichtiger, den Arbeitsplatz zuhause so gesund wie möglich einzurichten.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.