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Thyssenkrupp: Tägliche Tests auch für Geimpfte

Zentrale von Thyssenkrupp
Selbsttests für alle: Bei Thyssenkrupp sollen Beschäftigte sich fünfmal die Woche testen. (Foto: Tobias Arhelger – stock.adobe.com)

Thyssenkrupp baut das Testangebot für seine Beschäftigten massiv aus. In Zukunft bekommen diese fünf Corona-Selbsttests pro Woche zur Verfügung gestellt – unabhängig vom Impf- und Genesenenstatus. Das Unternehmen bestätigte uns entsprechende Berichte der Funke-Mediengruppe. Dabei setze man auf Vertrauen. Man werde den Schnelltest also nicht kontrollieren, sondern auf die Solidarität innerhalb der Belegschaft setzen.

“Wir sind der Meinung, dass ein negatives Testergebnis den besten Schutz für das gemeinsame Arbeiten am Arbeitsplatz bietet, da auch symptomfreie, geimpfte Personen unter Umständen eine Infektion an Ungeimpfte weitergeben können”, sagte uns ein Sprecher. Dass Geimpfte zwar ein deutlich geringeres Ansteckungsrisiko hätten und auch für andere bedeuteten, aber eben nicht zu 100 Prozent geschützt seien, darauf hatten Wissenschaftler in den vergangenen Tagen immer wieder hingewiesen.

Boosterimpfungen werden vorbereitet

Wie vorgeschrieben gibt es auch bei Thyssenkrupp ein Hygienekonzept, mit dem man bislang “gut durch die Pandemie gekommen sei”, wie der Sprecher sagte. Damit das so bleibe, werde das Unternehmen “die weitere Entwicklung im Auge behalten sowie möglicherweise angepasste gesetzliche Vorgaben beachten und entsprechend reagieren.” Derzeit gilt im gesamten Thyssenkrupp-Quartier Maskenpflicht, der Mindestabstand in den Besprechungen beträgt weiterhin 1,5 Meter.

Personalvorstand Oliver Burkhard betonte, dass die derzeitige Lage schnelle Maßnahmen erfordere – und begründet so auch die Einführung der täglichen Selbsttests: “Wir hoffen mit diesem Schritt auch ein Zeichen für die Politik zu setzen: Die Zeit zu handeln, ist jetzt”, sagt der Personaler. “Wir brauchen konsequente und einheitliche Regeln, um unsere Mitarbeitenden bestmöglich zu schützen und Arbeitsabläufe in unserem Unternehmen wieder zu normalisieren.”

Mittelfristig soll dabei eine erneute Impfkampagne helfe. Man treffe Vorbereitungen, um im Dezember Boosterimpfungen durch die Betriebsärztinnen und -ärzte anbieten zu können. “Sobald dazu eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission vorliegt, können wir unsere bewährten Impfzentren reaktivieren”, erklärte dazu der Unternehmenssprecher. Dort seien bisher rund 23.400 Dosen verimpft worden. Man wolle allerdings keine speziellen Anreize für die Belegschaft schaffen, denn die Gesundheit der Beschäftigten und damit auch die Antwort auf die Frage, ob man sich impfen lässt, sei Privatsache.

Ist Chef vom Dienst der Personalwirtschaft Online und kümmert sich unter anderem um die Themenplanung der Webseite. Texte schreibt er vor allem über Themen aus den Bereichen Arbeitsrecht, Digitalisierung und dem Mittelstand.