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Veränderungsprozesse belasten

3D-Männchen mit Aktentasche läuft im Hamsterrad
Wie im Hamsterrad: Durch Change-Projekte entsteht viel Mehrarbeit.
Foto: © fotomek/Fotolia.de

“Macht Change krank?” Dieser Frage ging eine aktuelle Studie von > Mutaree nach. An der Untersuchung beteiligten sich 271 Führungskräfte und Mitarbeiter aus Unternehmen verschiedener Branchen. Die Studie zeigt, dass derzeit bei jedem zweiten Befragten fünf bis zehn Change-Projekte parallel stattfinden. 53 Prozent sagen, dass der Erfolg der Change-Projekte sehr hohe Bedeutung hat. Die Hälfte der Studienteilnehmer wendet durchschnittlich 60 Prozent und mehr ihrer regulären Arbeitszeit für Change-Projekte auf, bei gleichbleibendem Druck im Tagesgeschäft und mit steigender Tendenz. Mehr als drei Viertel (79 Prozent) gaben an, dass sie trotz der enormen zusätzlichen Belastung durch Change-Projekte keine Entlastung im Tagesgeschäft bekommen.

Arbeitsverdichtung und Verunsicherung bei Mitarbeitern

Die Studienergebnisse zeigen nicht nur eine hohe Belastung der Führungskräfte, sondern auch ein hohes Engagement der Mitarbeiter in den Veränderungssituationen, das auch bei ihnen zu außerordentlichen Belastungen führt: 86 Prozent stellen eine hohe Arbeitsverdichtung fest. 76 Prozent sagen, dass sie unter Zeitdruck arbeiten und 75 Prozent empfinden das Ausmaß der Überstunden als belastend. Darüber hinaus klagt jeder zweite Mitarbeiter über Unsicherheit und fehlende Orientierung.

Präventive Maßnahmen und mehr Change-Kompetenzen gefragt

Laut Studie haben die Unternehmen jedoch die Notwendigkeit erkannt, dem Leistungsdruck entgegenzusteuern und ergreifen erste Maßnahmen. So gaben 81 Prozent der Befragten an, dass es im Unternehmen präventive Gesundheitsprogramme gibt. Insgesamt sind 75 Prozent der Befragten der Meinung, dass ihr Unternehmen Wert auf die Gesunderhaltung der Mitarbeiter legt. Außerdem sagen 56 Prozent der Studienteilnehmer, dass Change-Qualifizierungsprogramme in ihrer Firma vorhanden sind. 46 Prozent haben Change-Kommunikationsprogramme im Angebot und mehr als jedes vierte Unternehmen (27 Prozent) hat einen Change-Experten als feste Anlaufstelle für die Betroffenen.

Ob präventive Gesundheitsprogramme das deutliche Maß an Überarbeitung ausgleichen können, bleibe offen, sagt Claudia Schmidt, Geschäftsführerin von Mutaree. Die Unternehmen müssten intelligente Lösungen finden, um das Belastungsniveau möglichst rasch und dauerhaft auf ein realistisch machbares zu senken, damit es nicht zum Kollaps komme. Gleichzeitig gelte es, Change-Kompetenzen nachzurüsten und abrufbar zu machen.