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In Einzelhandel und Gastronomie fehlt der Nachwuchs

Menschen in der Küche
Die Anzahl der angehenden Köchinnen und Köche hat sich seit 2010 halbiert. Foto: © goodluz – stock.adobe.com

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt,
haben in den vergangenen Jahren immer weniger Menschen eine Ausbildung
in der Gastronomie, Hotellerie, im Tourismus sowie im Einzelhandel
begonnen.

Im Jahr 2019 wurden 77 000 neue Ausbildungsverträge in diesen
Branchen abgeschlossen und damit 28 Prozent weniger als im Jahr 2010. Dieser
Wert liegt deutlich unter dem Durchschnitt: In allen dualen
Ausbildungsberufen wurden insgesamt 8 Prozent weniger Neuverträge als noch vor
zehn Jahren abgeschlossen.

Die Zahl aller neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist seit
Jahren rückläufig. Während 2010 noch 559 000 Verträge abgeschlossen
wurden, waren es 2019 nur noch 513 000. Insgesamt befanden sich am 31.
Dezember 2019 rund 1,3 Millionen Personen in einer dualen
Berufsausbildung, zehn Jahre zuvor waren es noch 1,5 Millionen
(-11,9 Prozent).

Die meisten Neuverträge im Einzelhandel

Kauffrau oder Kaufmann im Einzelhandel ist der Ausbildungsberuf, in
dem die meisten Ausbildungsverträge im vergangenen Jahr neu
abgeschlossen wurden. Mehr als 26 000 Neuabschlüsse
verzeichnete die amtliche Statistik im Jahr 2019. Ein Zeitvergleich
offenbart allerdings: Die Neuvertragsabschlüsse gehen seit Jahren
überdurchschnittlich zurück, 2019 gab es 22 Prozent weniger Neuabschlüsse für
eine Ausbildung als Kauffrau/Kaufmann im Einzelhandel als noch vor zehn
Jahren (2010: 33 000). 

An Ausbildungsstellen mangelt es jedoch auch aktuell nicht. Mehr als
38 000 und damit fast jede fünfte unbesetzte Ausbildungsstelle in
Deutschland ist laut Bundesagentur für Arbeit im Einzelhandel oder
Verkauf angesiedelt (Stand: Juli 2020). Und fast 30 000 beziehungsweise
15 Prozent der insgesamt 201 000 unbesetzten Ausbildungsstellen entfallen auf
die Berufsausbildung “Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel” und
“Verkäufer/-in”. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr wurden rund 48 000
Neuverträge in diesen beiden Berufen abgeschlossen. 

Besonders viele unbesetzte Stellen in der Gastronomie

Die Gastronomie ist eine der Branchen, die von den Maßnahmen zur
Eindämmung der Corona-Pandemie ab Mitte März besonders getroffen wurde,
da Restaurants und Lokale über Wochen geschlossen bleiben mussten. Aber
auch vor 2020 hatte die Branche einen schweren Stand bei potenziellen
Nachwuchskräften.

Das zeigt sich an der Zahl der Auszubildenden: Im
vergangenen Jahr begannen 15 000 Menschen eine berufliche Ausbildung in
der Gastronomie oder Speisenzubereitung, zehn Jahre zuvor waren es noch
28 000. Der Beruf Koch/Köchin gehört ebenfalls zu den Top Ten der
unbesetzten Ausbildungsstellen (Platz 7), die die Bundesagentur für
Arbeit im Juli 2020 veröffentlicht hat. Demnach waren zu diesem
Zeitpunkt noch 4 429 Stellen unbesetzt.