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Talente suchen Entwicklungsmöglichkeiten

Mann schreibt vor Computer
Engagement ist das Maß an Hingabe, Loyalität und Zufriedenheit gegenüber Arbeit und Arbeitgeber. Foto: © chika_milan/AdobeStock

Diesen Fragen geht die Personal- und Managementberatung Kienbaum
in der aktuellen Studie “Engaging Talent – Potenzialträger binden und entwickeln” nach, die unter über 1.000 Talenten im DACH-Raum erhoben wurde.

Eberhard Hübbe, Initiator der Studie und Managing Director bei Kienbaum, meint, dass Unternehmen sich, gerade auch in Krisenzeiten, die Frage
stellen müssen, wie die besten Talente und Potenzialträger für die eigene
Organisation zu finden und zu binden sind.

Die diesjährige Kienbaum-Studie
zeige auf, so Hübbe, dass es für Führungskräfte ebenso wie für
Personalverantwortliche unerlässlich ist, Talent Engagement nicht dem
Zufall zu überlassen, um Fluktuation und Verlust von Know-How zu
vermeiden.

Das Anbieten von bedarfsorientierten Entwicklungsformaten,
die Vernetzung von Talenten und eine Orientierung schaffende, aber nicht
lenkende Unterstützung bei selbstgewählten Entwicklungsschritten könne, so Hübbe weiter,
darum über die Zukunftsfähigkeit von HR-Abteilungen und Organisationen
mitbestimmen.

Das Ziel der Erhebung war, wie Studienleiterin Jessica Weber, Senior Consultant bei Kienbaum, erklärt, das Bauchgefühl, mit dem viele
Führungskräfte in die Talentförderung und -bindung gehen, mit Daten zu
untermauern und daraus einen praxistauglichen Leitfaden mit Fokus auf
Talent Engagement für Entscheiderinnen und Entscheider abzuleiten. Die Studie zeigt, so Weber, dass 95 Prozent der Talente Inhalte und Formate für
ihre berufliche Entwicklung selbst auswählen wollen, aber nur zwei
Drittel diese Möglichkeit in ihrem Unternehmen vorfinden. Daher gebe es, wie Jessica Weber betont, Ausbaupotenzial.

Eigenverantwortung, Wirksamkeit und Gemeinschaft – das sind knapp
heruntergebrochen die drei wesentlichen Treiber von Talent Engagement,
die die Studie herausstellt: Talente fordern deutlich eine
Selbstbestimmung ihrer eigenen Entwicklung.

Jessica Weber gibt Führungskräften den Tipp, Talenten spannende Aufgaben zu geben und dazu die Werkzeuge und
Unterstützung, diese zu meistern. So würden sich gute Chancen ergeben, von dem
außergewöhnlich hohen Engagement dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
zu profitieren. Dabei sei aus Organisationssicht besonders erfreulich,
so Weber, dass sich rund 90 Prozent der befragten Talente nicht nur
weiterentwickeln wollen, um damit ihren eigenen beruflichen Erfolg zu
beschleunigen, sondern explizit auch, um ihre Fähigkeiten im Sinne der
Unternehmensziele einzusetzen.

Die Treiber von Talent Engagement zu kennen, ist der Ausgangspunkt, um
eine erfolgreiche Talent Strategie für das eigene Unternehmen zu
gestalten. Was das genau für Talent Engagement bedeutet, haben die Studien-Experten in 12
Handlungsfeldern aufgeführt, die sich an Führungskräfte und an HR
richten.

Zu sehen sei, resümiert Studienleiterin Jessica Weber, dass die aktive Rolle von HR im Sinne einer
Lenkung der Talente in Richtung einer konkreten Entwicklung durchaus
kleiner wird. Daher appellieren Weber und ihr Studienteam mit ihren
Handlungsempfehlungen an Personalverantwortliche, ihre Talente zu
unterstützen: Perspektive bieten, Raum geben, mündig machen, anstatt
Vorschriften und Laufbahnplanung aufzustellen. Dies sind, so Weber, erwartbare
aber durchaus nicht selbstverständliche Erkenntnisse.