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Bewerbern absagen, ohne Porzellan zu zerschlagen

Bewerbern absagen, ohne Porzellan zu zerschlagen
Ein wertschätzendes Schreiben wirkt sich positiv auf die Candidate Experience aus. Foto: © nmann77-stock.adobe.com

Manche Formulierungen in Absageschreiben können als diskriminierend gewertet werden. Damit bieten sie einen Ansatzpunkt für eine mögliche Klage von abgelehnten Bewerbern. Unternehmen sollten daher keine Absagegründe nennen, die gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verstoßen. Im Zweifelsfall sollte juristischer Rat eingeholt werden.

Fingerspitzengefühl ist auch bei den restlichen Formulierungen gefragt. Wer viel Zeit in die Bewerbung investiert und mit einer kurzen Standard-Absage aus Textbausteinen abgespeist wird, merkt sich das. Ein möglichst individuelles und wertschätzendes Schreiben zahlt dagegen auf die Candidate Experience ein. Somit erhöht es auch die Chance, dass sich der Kandidat später vielleicht einmal erneut auf eine andere Stelle im Unternehmen bewirbt – die dann möglicherweise perfekt zu ihm passt.

“Eine Absage bezieht sich selbstverständlich immer lediglich auf die individuellen Anforderungen in Bezug auf eine konkrete Vakanz”, heißt es bei der Jobbörse weiter. Daher sollte im Absageschreiben sichergestellt werden, dass dies auch so kommuniziert wird. Konstruktives Feedback, das dem Bewerber Input für das nächste Vorstellungsgespräch gibt, setzt ein zusätzliches positives Zeichen. Alternativ kann ihm auch ein persönliches Telefongespräch angeboten werden – das natürlich ebenfalls AGG-konform zu führen ist. Darin können hochqualifizierte Bewerber auch ermuntert werden, weiterhin in Kontakt mit dem Unternehmen zu bleiben.

Konkrete Hilfestellungen zu einzelnen Formulierungen liefert die Fachanwältin für Arbeitsrecht Katharina Schumann > hier.

David Schahinian arbeitet als freier Journalist und schreibt regelmäßig arbeitsrechtliche Urteilsbesprechungen, Interviews und Fachbeiträge für die Personalwirtschaft.