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Krise ändert Job-Prioritäten junger Arbeitnehmer

Junge Frau mit Laptop und Katze auf Sofa
Nach einem angemessenen Gehalt stehen für junge Berufstätige flexibles Arbeiten und die Work Life Balance auf Platz zwei der Anforderungen an einen Job.
Foto: © irissca-stock.adobe.com

Die Personalberatung > Academic Work führt jährlich Befragungen junger Arbeitnehmer zu ihren Wunscharbeitgebern und den wichtigsten Kriterien bei der Arbeitsplatzwahl durch. Der diesjährige “Young Professionals Attraction Index (YPAI)” stand besonders unter dem Vorzeichen von Corona. An der Studie nahmen über 1600 Befragte teil.

Gehalt bleibt Kriterium Nummer eins

Das Top-Kriterium bei der Wahl eines Arbeitgebers bleibt das Gehalt inklusive Benefits: 57 Prozent der Studienteilnehmer nannten diesen Aspekt. Auf Platz zwei stehen knapp dahinter mit 55 Prozent Flexibilität und die Work Life Balance. Den dritten Platz mit 53 Prozent der Nennungen nehmen abwechslungsreiche, interessante Aufgaben ein. Nette Kollegen und Teamwork rangieren mit 51 Prozent fast gleichauf. Auf der Skala der wichtigsten Kriterien folgen die Arbeitsatmosphäre und Firmenkultur (47 Prozent), Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten (43 Prozent) und die Jobsicherheit mit 41 Prozent. Weniger wichtig sind den befragten jungen oder angehenden Berufstätigen der Firmenstandort und die Nähe zum Wohnort (35 Prozent), Gleichberechtigung, Diversität und Nachhaltigkeit (26 Prozent) sowie Ruf oder Bekanntheit des Unternehmens (zehn Prozent).

Stabile Unternehmen und der öffentliche Sektor werden für die Jungen attraktiver

Dass für vier von zehn Young Professionals bei der Arbeitsplatzsuche die Sicherheit eine wichtige Rolle spielt, zeigt laut Studie eine deutliche Zunahme dieses Bedürfnisses. Das lasse sich auch daran ablesen, dass sichere Jobs deutlich an Relevanz gewinnen. So stehen solche Unternehmen und Institutionen, die als besonders stabil gelten, überdurchschnittlich hoch in der Wertschätzung der jungen Arbeitnehmer und Absolventen. Dazu gehört neben etablierten Firmen vor allem auch der öffentliche Sektor. Schulen, Universitäten und Kommunen gewannen dieses Jahr signifikant an Beliebtheit und kamen erstmals in die Top 25 der attraktivsten Arbeitgeber.

Wunsch nach Flexibilität und Work-Life Balance ebenfalls im Aufwind

Auch der am zweithäufigsten genannte Wunsch nach Flexibilität hinsichtlich Arbeitszeit und -ort sowie das Bedürfnis nach einer guten Work Life Balance (Zeit für Familie, Freizeitinteressen und die Möglichkeit, das Jobumfeld entsprechend anzupassen), bekamen in der Krise einen noch höheren Stellenwert als bereits vorher.

Verlässlichkeit signalisieren und weiter flexibles Arbeiten anbieten

Viele Arbeitgeber könnten sicher nicht über Nacht ein Stabilitäts- und Verlässlichkeits-Image aufbauen, wie es traditionsreiche Industrieunternehmen haben, so die Studie. Trotzdem sei es wichtig, als zuverlässig und transparent wahrgenommen zu werden. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg sei eine offene und ehrliche Kommunikation auf Augenhöhe mit Mitarbeitern und Bewerbern. Außerdem sei es entscheidend, auch nach der Corona-Zeit offen für flexibles Arbeiten zu sein. Teilzeit- und Homeoffice-Modelle sollten, wenn möglich, selbstverständlicher Bestandteil der Firmenkultur werden, lautet die Empfehlung.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.