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Weniger neue Frauen in DAX-Aufsichtsräten

Vier Frauen und zwei Männer interagieren in einem Büro an einem Tisch
Anders als auf diesem Bild sieht es in den DAX-Aufsichtsräten aus: Die Frauen sind in der Minderheit. Bei den Neubesetzungen der Aktionärsvertreter-Posten kamen nur 23 Prozent Frauen zum Zug. Foto: 089photo/Pixabay

Der Frauenanteil bei den Neubesetzungen in den DAX-Aufsichtsräten ist so gering wie seit mehreren Jahren nicht. Die durchschnittliche Vergütung von Aufsichtsräten steigt derweil.

Nur 23 Prozent der in diesem Jahr neu gewählten Aktionärsvertreter in den Kontrollgremien der DAX-30-Unternehmen sind weiblich. Das zeigen Zahlen, die die Personalberatung Russel Reynolds Associates vorlegt. Seit 2010 ist das der niedrigste Frauenanteil bei Neubesetzungen. Immerhin bleibt die Frauenquote in den Aufsichtsräten insgesamt über dem gesetzlich festgelegten Schwellenwert von 30 Prozent. Weil proportional mehr Männer als Frauen die Kontrollgremien verlassen haben, beträgt sie bei den Aktionärsvertretern 32,2 Prozent. Zählt man auch die Arbeitnehmerseite dazu, liegt der Frauenanteil bei 34,9 Prozent.

Unter den Aufsichtsratsvorsitzenden ist das Geschlechterverhältnis ebenfalls
unausgeglichen: In nur zwei der 30 DAX-Unternehmen bekleiden Frauen
diesen Posten. Bei den Ausschussvorsitzenden sind laut der Erhebung 17 von 132 weiblich.
Auch in der obersten Führungsriege der Unternehmen gibt es deutlich weniger Frauen als Männer: Im Durchschnitt sind unter den DAX-Vorständen 15 Prozent weiblich. Die Situation in den einzelnen Unternehmen ist aber sehr unterschiedlich. Während bei acht Unternehmen der Frauenanteil bei 20 Prozent oder höher liegt, haben sieben Unternehmen einen rein männlichen Vorstand.

Aufsichtsrats-Ranking: Daimler, Lufthansa und SAP bei Diversität vorne

Auch bei anderen Diversitäts-Merkmalen unterscheiden sich die Aufsichtsräte der Unternehmen. Russel Reynolds Associates bewertet in der Studie die Zusammensetzung nicht nur nach Geschlechteranteilen, sondern unter anderem auch nach Nationalitäten, Auslandserfahrung, Altersverteilung, Verweildauer im Aufsichtsrat und beruflicher Erfahrungsbreite. Am besten schneiden dabei Daimler, die Lufthansa und SAP ab. Auf den hinteren Plätzen im Ranking landen Adidas, RWE und Heidelberg Cement.

Insgesamt sehen die Studienautoren Fortschritte in der Zusammensetzung der Aufsichtsräte: Die Durchschnittsnote hat sich von 2,2 auf 2,0 verbessert – auch, weil sich die Unternehmen bei Indikatoren wie der Internationalisierung verbessern. Zudem sind die Querverflechtungen zwischen den Unternehmen zurückgegangen, allerdings noch nicht weit genug, um neuesten Corporate-Governance-Empfehlungen zu entsprechen.

Durchschnittliche Vergütung von Aufsichtsräten steigt

Die Analyse erfasst auch die Vergütung der Aufsichtsräte und Vorstände. Im Durchschnitt verdiente ein Aufsichtsrat 2018 bei einem DAX-Unternehmen 191.000 Euro im Jahr. Im Jahr davor waren es im Mittel rund 13.000 Euro weniger. Wie viel die Mitgliedschaft im Kontrollgremium einbringt, variiert von Unternehmen zu Unternehmen. Während bei der Deutschen Bank Vergütungen bis über 600.000 Euro möglich sind, verdient ein Aufsichtsrat bei Merck maximal 100.000 Euro jährlich.

Auch für ihre Vorstände greift die Deutsche Bank tief in die Tasche. Insgesamt wandte das Geldhaus im vergangenen Jahr über 70 Millionen Euro für seine Führungsriege auf, während RWE nur rund sieben Millionen Euro für die Vorstände ausgab.


Russel Reynolds Associates analysiert seit neun Jahren jährlich die Zusammensetzung der Aufsichtsräte der DAX-30-Unternehmen. Die Studie beruht auf Daten von 28 der 30 Hauptversammlungen im Jahr 2019. Die Daten aus den bereits veröffentlichten Wahlvorschläge für die übrigen zwei Unternehmen sind in die Analyse und Bewertung eingeflossen.
Zu den vollständigen Ergebnisse der diesjährigen Studie geht es › hier.

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