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Gehaltstransparenz: Warum Arbeitgeber davon profitieren

Gehalt ausrechnen
Entgelttransparenz macht ein Unternehmen nicht nur attraktiv, sondern hat viele weitere Vorteile. Foto: © iStock/sarinyapinngam

Das Gehalt gehört bei den meisten Jobsuchenden zu den Top-Kriterien bei der Stellenwahl. Arbeitnehmer*innen wollen faire Gehälter, doch nur wenige sind mit ihrem Lohn zufrieden. Entgelttransparenz macht ein Unternehmen aber nicht nur attraktiv, sondern hat viele weitere Vorteile.

Gehalt als Attraktivitätsfaktor

Welchen Stellenwert hat das Gehalt bei Bewerber*innen im Vergleich zu anderen Attraktivitätsfaktoren? Wie bauen Unternehmen eine faire Gehaltsstruktur auf?

Die Antwort auf diese Fragen liefert der ›StepStone Report “Arbeitgeberattraktivität.

Das Ergebnis: Die Top-5-Kriterien bei der Jobauswahl sind für Bewerber das Gehalt (und sonstige finanzielle Leistungen), flexible Arbeitszeiten, Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die Unternehmenskultur sowie sinnstiftende Aufgaben. Das Gehalt ist 96 Prozent der 19.000 im Rahmen der Studie befragten Fach- und Führungskräfte wichtig, 64 Prozent sogar sehr wichtig.

Die Realität sieht jedoch oft anders aus: Obwohl 96 Prozent sich ein attraktives Gehalt wünschen, beziehen nur 40 Prozent von ihnen auch tatsächlich eines. Die hohe Bedeutung des Gehalts ist verständlich – immerhin dienen der Beruf und die damit einhergehende Entlohnung der Sicherung des Lebensunterhalts und -standards.

Der Frage nach der Etablierung einer fairen Gehaltsstruktur und der Zahlung marktüblicher Gehälter ist StepStone in der ›Podcast-Folge “Tabuthema Gehalt” nachgegangen. Wer faire Gehälter zahlen will, sollte  Folgendes berücksichtigen.

  • Unternehmensbezogene Faktoren wie z. B. Branche und Unternehmensgröße
  • Positionsbezogene Faktoren wie z. B. Funktion, Titel, Hierarchieebene und Personalverantwortung
  • Arbeitnehmerbezogene Faktoren wie z. B. Alter, Ausbildung, Fachrichtung, Qualifikationen, Vollzeit/Teilzeit, Boni, Dienstwagen und sonstige Leistungen
  • Geografische Faktoren wie z. B. Stadt und Region

Gehaltsangaben in Stellenanzeigen: Darum zögern Arbeitgeber

  • Deutsche Unternehmen müssen – im Gegensatz zu österreichischen Firmen – keine Gehaltsangaben in Stellenanzeigen machen.
  • Arbeitgeber halten sich die Möglichkeit offen, einen guten Bewerber zu günstigen Konditionen einzustellen. Dies hindert ein Unternehmen nicht daran, faire Gehälter zu zahlen; dennoch ist es für den Bewerber so schwerer, sich eine Vorstellung vom maximal möglichen Einstiegsgehalt zu machen.
  • Eine weitere Sorge auf Arbeitgeberseite: Aktuelle Mitarbeiter könnten ausgeschriebene Stellen lesen und die Gehaltsangabe mit der eigenen Entlohnung vergleichen. Dies kann zu Unzufriedenheit in der Belegschaft und vielen Diskussionen zwischen dem Personal und den Vorgesetzten rund um das Thema Gehaltserhöhung führen.
  • Unternehmen befürchten, dass Jobsuchende ausgeschriebene Stellen nur noch nach Gehalt bewerten und keine anderen Infos mehr suchen, um sich über das “Gesamtpaket” eines Arbeitgebers zu informieren.
  • Viele Arbeitgeber sind unsicher, was in Sachen Arbeitsrecht und Datenschutz zu berücksichtigen ist, wenn offen mit Gehältern umgegangen wird.

5 gute Gründe für mehr Gehaltstransparenz

  1. Kandidaten Orientierung geben
    Wer geschätzte Gehaltsspannen in Stellenanzeigen integriert, gibt Kandidat*innen einen Orientierungsrahmen bei der Bewerbung und im gesamten Bewerbungsprozess.
  2. Von Anfang an auf Augenhöhe kommunizieren
    Nur wenn beide Seiten klare Vorstellungen davon haben, wie viel Geld “im Topf” ist, findet von Beginn an eine Kommunikation auf Augenhöhe statt.
  3. Gehaltsstrukturen und Vertrauenskultur überdenken
    Wer Angst davor hat, dass Mitarbeit*innen Stellenanzeigen lesen und das dort angegebene Gehalt mit dem eigenen vergleichen, sollte sich generell Gedanken über die aktuelle Gehaltspolitik im Unternehmen machen.
  4. Mit Gehaltstransparenz gegen den Gender Pay Gap
    Wer sich für einen transparenten Umgang mit Gehältern entscheidet, leistet einen wichtigen Beitrag zur Überwindung des Gender Pay Gap.
  5. Mehr Bewerbungen, geringere Abbruchraten
    Wenn Kandidat*innen eine Gehaltsspanne direkt in der Anzeige sehen, lenken sie sich nicht mehr durch externe Informationsquellen ab. Daraus resultieren geringere Abbruchraten im Bewerbungsprozess und mehr Bewerbungen.

Fazit

Es spricht viel dafür, transparenter mit dem Thema Gehalt umzugehen. Bewerber wollen so früh wie möglich Informationen zum Gehalt bekommen – am besten bereits in Stellenanzeigen. Das Gehalt ist einer der wesentlichen Faktoren für die Arbeitgeberattraktivität – Unternehmen sollten diese Chance nutzen.

Weiterführende Informationen unter: