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Generation Z ist eine Herausforderung für Recruiter

Zwei Menschen im Gespräch
Die richtigen Kandidaten für die Stelle finden. Foto: © Aymanejed

95 Prozent der Recruiter weltweit sind zuversichtlich, den richtigen Kandidaten für offene Stellen zu finden und rund drei Viertel (77 Prozent global, 74 Prozent in Deutschland) halten die Kandidaten generell für qualitativ hochwertig.

Trotz dieser positiven Aussagen und ungeachtet eines grundsätzlich großen Talentpools geben 71 Prozent der Recruiter an, dass sie aufgrund fehlender Qualifikationen Schwierigkeiten haben, konkrete Positionen zu besetzen. In Deutschland haben sogar neun von zehn Befragte damit zu kämpfen.

Auch wenn Kandidaten auf dem Papier gut aussehen, müssen die Recruiter häufig im Prozess ihre Erwartungen anpassen und Kandidaten berücksichtigen, die nicht alle oder eher wenige der erforderlichen Fähigkeiten vorweisen. Tatsächlich gaben sogar 67 Prozent der Recruiter an, dass die Kandidaten während des gesamten Einstellungsprozesses nur eigeschränkt ehrliche Angaben zu ihren Fähigkeiten machen.

Dies sind einige der Erkenntnisse, die aus der jüngsten von Monster weltweit durchgeführten Online-Umfrage “State of the Recruiter” unter mehr als 1.700 Recruitern hervorgegangen sind. Ziel der Umfrage: zukünftig passende Kandidaten und Unternehmen noch besser zusammenzubringen.

Millennial-Recruiter sind gefragt

Während sich die Rekrutierungstechniken seit der letztjährigen Umfrage nicht dramatisch geändert haben, kommt es zu einer Verschiebung. Sobald es um die Generation Z (geboren 1997-heute) geht, müssen die Recruiter ihre Einstellungsstrategien erneut anpassen. Um besser zu verstehen, wie man diese Generation erfolgreich rekrutiert, scheinen Kollegen aus der Millennial-Generation (aus der Altersklasse der zwischen 1981-1996 Geborenen) eher in der Lage zu sein, die nächste Generation von Kandidaten zu rekrutieren.

Die Umfrage ergab, dass Millennial-Recruiter im Vergleich zu ihren Kollegen der Generation X (geboren 1965-1980) und Baby Boomer Generation (geboren 1946-1964) mehr Interesse daran haben, das Medium Video für die Mitarbeitersuche zu verwenden – einschließlich der Live-Befragung von Kandidaten per Videotelefonie, Video-Stellenbeschreibungen und Videobewerbungen von Kandidaten. Darüber hinaus geben Millennial-Recruiter im Vergleich zu ihren Kollegen der Generation X eher an, dass Social-Media-Werbung ein wirksames Rekrutierungsinstrument ist und verwenden diese immer häufiger, um Kandidaten zu finden.

Auch wenn sich Recruiter weiterhin stark auf das persönliche Gespräch verlassen um festzustellen, ob ein Kandidat die richtige Wahl ist, scheint es jedoch einen Generationswechsel weg vom persönlichen Gespräch zu geben. Wobei die Millennial-Recruiter am wenigsten Wert auf das persönliche Gespräch legen.

Talentsuche gestaltet sich schwierig

Um nicht ganz ohne Kandidaten zu bleiben, reduziert die Mehrheit der befragten Recruiter aus Deutschland ihre Ansprüche und fokussiert sich auf Kandidaten, die die “meisten” der notwendigen Qualifikationen besitzen, aber nicht alle. Diese Lücken werden dann nach der Einstellung z. B. durch In-house Trainings, Teilnahme an Konferenzen, Zertifizierungen und externe Weiterbildung geschlossen.

Oft mangelt es den Kandidaten auch an Ehrlichkeit und Transparenz. Nur ein Drittel der Recruiter ist der Meinung, dass die Kandidaten während des gesamten Einstellungsprozesses sehr ehrlich bezüglich ihrer Fähigkeiten sind. 85 Prozent sind sich einig, dass Kandidaten in ihrem Lebenslauf bei der Selbsteinschätzung ihrer Kompetenzen übertreiben. Millennial-Recruiter vertrauen den Kandidaten eher. Von ihnen halten 41 Prozent die Kandidaten für sehr ehrlich. Andererseits glauben sie eher als z. B. die Generation-X-Recruiter, dass Kandidaten bei ihren Kompetenzen im Lebenslauf übertreiben.

Von den deutschen Teilnehmern gaben 83 Prozent an, dass die Kandidaten übertreiben. Häufig erwähnt wurden auch unerklärte Brüche im Lebenslauf, fragwürdige Social-Media-Profile und nur schwer erreichbare Referenzkontakte.

Bewerber sind oft unzufrieden

Mittlerweile gibt mehr als ein Drittel der Recruiter (35 Prozent) an,
dass die Bewerber während des Bewerbungsprozesses nicht zufrieden sind,
wenn sie nicht erfahren, warum sie nicht weiterkommen. Gefragt, welche
Faktoren die Kandidaten außerdem negativ beeinflussen, nennen die
Recruiter aus Deutschland  vor allem folgende:

– das Unternehmen hat den Eingang der Bewerbung nicht bestätigt (30%)
– der Recruiter hat die Ablehnung nicht in einem angemessenen Zeitraum gesendet (30%)
– der Recruiter hat nach dem Vorstellungsgespräch nicht im angemessenen Zeitraum reagiert (29%)
– dem Bewerber wurde nicht gesagt, dass er zukünftig in Betracht gezogen wird (25%)
– der Recruiter hat sich in drei bis sechs Monaten nach Einstellung nicht noch einmal gemeldet (21%)

Flexibilität ist der Schlüssel

Fast die Hälfte der Kandidaten (45 Prozent) sucht nach Angaben der befragten Recruiter mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten. Während dies für die Kandidaten eine globale Priorität darstellt, fühlen sich Personaler am stärksten gefordert, wenn es um Anschlussfragen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, zum Arbeitszeitplan oder gehaltsspezifische Fragen geht. Laut Recruitern belegen auch bezahlte Urlaube/Freizeit und Homeoffice-Plätze ganz oben auf der Liste der Unternehmensleistungen, nach denen Bewerber am häufigsten Ausschau halten.

Interessanterweise geben mehr Recruiter der Generation X an, dass sie sich herausgefordert fühlen, die Erwartungen an die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben der Generation Z zu erfüllen, als die Millennial-Recruiter (30 Prozent gegenüber 25 Prozent). Europäischen Recruitern zufolge suchen Kandidaten am häufigsten nach Weiterentwicklungsoptionen für ihre Karriere (43 Prozent).

Anpassung an die Belegschaft der nächsten Generation nötig

Mit dem Eintritt der Generation Z in die globale Belegschaft müssen die Recruiter ihre Einstellungsstrategien erneut anpassen und sich für Ansätze wie SMS und soziale Medien einsetzen. Da nach Aussage der Recruiter  E-Mail und soziale Medien die effektivsten Kanäle für die Kommunikation mit der Generation Z sind.

Mit Bezug auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zeigten sich allerdings acht
von zehn Recruiter aus Deutschland (82 Prozent) besorgt über eine
mögliche Rezession in den nächsten zwei Jahren. Von diesen gaben 23
Prozent an, sehr besorgt zu sein.