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„Wir sehen uns als einen Baustein im Branchenwettbewerb“

Das Karriereportal Schienenjobs.de soll dabei helfen, den
Fachkräftemangel im Bahnsektor zu lösen. Im Interview spricht
Mitbetreiber Jürgen Grenz darüber, wie er auch bislang Branchenfremde
ansprechen will und wieso das Portal die Probleme nicht allein lösen
kann.

Jürgen Grenz, Geschäftsführer index
Jürgen Grenz ist Geschäftsführer der Index-Gruppe. (Foto: index)

Personalwirtschaft: Herr Grenz, Ihr Unternehmen index betreibt gemeinsam mit der Allianz pro Schiene das Karriereportal Schienenjobs.de. Was ist das Besondere an der Branche?
Jürgen Grenz: Vor acht Jahren habe ich auf einer Veranstaltung Dirk Flege, den Geschäftsführer der Allianz pro Schiene e. V., kennengelernt. Er war damals schon davon überzeugt, dass der Fachkräftemangel zum zentralen Thema seiner Branche werden wird. Und er sollte damit Recht behalten, denn das Problem ist in den vergangenen Jahren sehr virulent geworden.

Woran liegt das?
In der Bahnbranche kommen verschiedene Punkte zusammen. Vor allem wird seit einigen Jahren massiv in die Modernisierung der Schiene investiert, was wiederum zu einer erhöhten Nachfrage nach Fachkräften führt. Denn irgendwer muss die Projekte schließlich ausführen. Deshalb werden nicht nur Lokführer über das Portal gesucht, sondern auch Elektroniker und Bauingenieure – genau wie in anderen Branchen.

Und sie können ja auch in verschiedenen Branchen arbeiten und kommen vielleicht gar nicht auf die Idee, überhaupt im Bahnsektor einen Job zu suchen. Wie erreichen Sie diese potenziellen Mitarbeitenden trotzdem?
Das ist eine sehr berechtigte Frage. Klar erreichen wir über unser Netzwerk von spezifischen Fachmedien und auf Fachmessen vor allem Leute, die schon etwas mit der Branche zu tun haben. Durch Plakataktionen in Bahnhofsbuchhandlungen und eine gute Suchmaschinenoptimierung unserer Seite versuchen wir dennoch, auch branchenfremde Fachkräfte zu erreichen. Natürlich hilft dabei die Öffentlichkeit, die uns etwa eine Auszeichnung wie der “Deutsche Mobilitätspreis 2021” für unser Karriereportal SchienenJobs.de bringt. Und immerhin sind wir innerhalb der Bahnbranche die älteste und auch die größte Seite unserer Art.

Trotzdem stellt sich für Jobsuchende doch die Frage, wieso sie bei Ihnen nach einem Job suchen sollten und nicht bei den großen und bekannten Jobbörsen.
Bei uns erscheinen nicht nur die Jobanzeigen aus der Bahnbranche, die auf den großen Jobbörsen veröffentlicht werden, sondern insbesondere auch Stellenangebote von kleinen und mittelständischen Unternehmen der Branche. Dazu kommen Funktionen innerhalb unseres Bewerberportals wie eine Empfehlungsfunktion. Und, worauf wir besonders stolz sind: Eine umfangreiche Darstellung der Berufs- und Ausbildungswege innerhalb der Branche. Schließlich geht es uns und unserem Kooperationspartner vor allem darum, die Karrierechancen im Schienensektor sichtbarer zu machen.

Wie meinen Sie das?
Mit unserem Portal werden wir das Fachkräfteproblem nicht lösen. Das wissen wir und das ist uns auch wichtig zu betonen. Aber wir wollen auf die Bahnbranche als Ganzes und die Arbeitsmöglichkeiten dort hinweisen. Wir sehen uns als einen Baustein im Branchenwettbewerb, in dem es vor allem darum geht, sich gegenüber der Automobilbranche zu behaupten.


Jürgen Grenz ist Geschäftsführer der Index-Gruppe (Eigenschreibweise: index Gruppe). Das Unternehmen führt unter anderem Studien und Analysen zur Entwicklung des Stellenmarktes durch und berät auf dieser Basis Arbeitgeber unterschiedlicher Branchen. Daneben betreibt Index gemeinsam mit Partnern aus der jeweiligen Branche spezialisierte Karriereportale, darunter das 2013 gegründete Schienenjobs.de.

Ist Chef vom Dienst der Personalwirtschaft Online und kümmert sich unter anderem um die Themenplanung der Webseite. Texte schreibt er vor allem über Themen aus den Bereichen Arbeitsrecht, Digitalisierung und dem Mittelstand.