„Geflüchtete stehen weiterhin vor enormen Herausforderungen bei der Arbeitssuche. Es ist höchste Zeit das Engagement zu verstärken“, sagt Gideon Maltz, CEO von Tent. Das dachten sich wohl auch adidas, Google, indeed und Co. Sie gehören zu den über 60 Unternehmen, die sich Tent Deutschland angeschlossen haben.
Tent Deutschland ist ein Netzwerk von Unternehmen, das sich für die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt einsetzt und sie bei der beruflichen Eingliederung unterstützt. Tent wurde 2016 in den USA vom Unternehmer Hamdi Ulukaya gegründet.
Tent-Mitglieder profitieren von einem weltweiten Netzwerk
Die Mitglieder der Initiative haben unter anderem Zugang zu Beratungsangeboten, Schulungen und Workshops, in denen erklärt wird, wie eine Integration von Geflüchteten in die Betriebe gelingen kann. Aber es werden nicht nur Unternehmen bei der Integration unterstützt, sondern auch Geflüchtete auf den deutschen Arbeitsmarkt vorbereitet. Dazu setzt die Initiative zum Beispiel auf Mentoring-Programme. Geflüchtete, die ein professionelles Mentoring suchen, werden dafür mit Mitarbeitenden aus den Partnerunternehmen vernetzt. In den Mentorings werden dann beispielsweise Kenntnissen über den Arbeitsmarkt und die Normen am Arbeitsplatz in Deutschland vermittelt. Außerdem haben die Programme das Ziel, die Fähigkeiten der Geflüchteten zu analysieren und zu stärken sowie ihre beruflichen Netzwerke zu erweitern.
Mit Potenzial der Geflüchteten gegen den Fachkräftemangel
Das treibt nicht nur die Integration der Geflüchteten voran: Die knapp zwei Millionen aufgenommenen Geflüchteten haben auch das Potenzial den Fachkräftemangel in Deutschland entgegenzuwirken. Nach einer Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer sind knapp 1,8 Millionen Stellen in Deutschland unbesetzt. Laut Tent Deutschland sei es deshalb erforderlich, dass Bürokratiebarrieren abgebaut werden und das Talent geflüchteter Personen gefördert wird, um diese Stellen zu besetzen. „Wenn dies gelingt, kann es ein Teil der Lösung für einige der demografischen und strukturellen Herausforderungen der deutschen Wirtschaft sein“, sagte Daniel Terzenbach, Vorstand Regionen der Bundesagentur für Arbeit (BA) und Sonderbeauftragter der Bundesregierung für die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten.
Derzeit sind laut Tent Deutschland trotz der knapp 1,8 Millionen offenen Stellen circa 500.000 Menschen mit Fluchthintergrund in Deutschland arbeitslos. „Dies liegt an den Hürden, mit denen sie bei der Arbeitssuche konfrontiert sind, wie zum Beispiel geringe Deutschkenntnisse oder aber daran, dass ausländische Qualifikationen nicht ohne weiteres anerkannt werden“, erklärt Christian Schmidt, Direktor von Trent Deutschland.
Beschäftigung von Geflüchteten lohnt sich auch für die Unternehmen
Aufgrund dieser Hürden müssten laut Schmidt Unternehmen Vorleistungen erbringen, wenn man Geflüchtete einstellen und eingliedern wolle. Diese Investitionen würden sich laut dem Direktor von Trent Deutschland aber auszahlen. Er bezieht sich dabei auf eine Studie von Tent und DIW Econ unter deutschen Arbeitgebern. Laut der Studie führt die Einstellung von Geflüchteten zum Beispiel zu einer höheren Mitarbeitendenzufriedenheit, zu einem erhöhten Engagement der Mitarbeitenden oder einer höheren durchschnittlichen Beschäftigungsdauer der Belegschaft.
Frederic Haupt war Volontär der Personalwirtschaft.

