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Vom Bewerber zum loyalen Mitarbeiter

Geschafft, der Job ist in trockenen Tüchern. Doch wie war die Candidate Experience und wie wird die Employee Experience?
Foto: © contrastwerkstatt/Fotolia.de
Geschafft, der Job ist in trockenen Tüchern. Doch wie war die Candidate Experience und wie wird die Employee Experience?
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Die Online-Stellenanzeige bleibt der wichtigste Kanal, um neue Mitarbeiter zu rekrutieren: Jobinteressenten suchen am häufigsten auf den großen allgemeinen Online-Stellenbörsen nach Jobs und auch die meisten erfolgreichen Besetzungen resultieren daraus. Dabei kommt es vor allem auf den Jobtitel an. Wenn er nicht klar verständlich wahrgenommen wird, kann dies 40 Prozent der potenziellen Bewerber davon abhalten, sich überhaupt auf die Position zu bewerben – selbst bei sonstiger Passung mit den genannten Anforderungen.

Unternehmensprofile sind gern gesehen

Zusätzlich zur Karriere-Website bieten online verfügbare Arbeitgeberprofile Jobsuchenden einen guten Informationsmehrwert. In drei von zehn Bewerbungsprozessen nahmen Kandidaten auf solche Profile Bezug. Mehr als jeder zweite Bewerber (57,5 Prozent) hätte gern auf eine solche Informationsquelle über den zukünftigen Arbeitgeber zurückgegriffen, aber kein Online-Profil vorgefunden. Dies zeigt die “Candidate Journey Studie 2016: Vom passenden Kandidaten zum loyalen Mitarbeiter” von Meta HR und stellenanzeigen.de. Die Studie wurde wissenschaftlich begleitet von Prof. Peter M. Wald von der HTWK Leipzig. Für die Untersuchung wurden von Juni bis August dieses Jahres 773 Personen befragt, die innerhalb der letzten drei Jahre erfolgreich einen neuen Job aufgenommen haben.

Vorlieben: One-Click-Bewerbung und kurzer Prozess

Eine weitere Erkenntnis der Studie ist, dass Bewerbungsprozesse dringend vereinfacht werden müssen, um Hürden zwischen Kandidaten und Arbeitgebern abzubauen. Ob One-Klick-Bewerbung, der Verzicht auf Bewerbungsanschreiben oder die Möglichkeit eines durchgängig mobilen Bewerbungsvorgangs – vor allem die jüngeren Jobsucher bevorzugen und erwarten einfache Bewerbungsprozesse. So würden 17 Prozent der unter 30-Jährigen im Zweifel lieber ganz auf eine Bewerbung verzichten als ein klassisches E-Recruiting-Formular auszufüllen. Fast 62 Prozent dieser Altersgruppe gaben außerdem an, dass sie die One-Click-Bewerbung nutzen würden. Der Bewerbungsprozess selbst sollte nach Ansicht der Befragten bis zur Zusage maximal sechs Wochen dauern. Ein längerer Zeitraum wirkt sich negativ auf die Candidate Experience aus.

Vier von zehn Neuen sind enttäuscht vom Arbeitgeber

Das Bemühen um potenzielle Kandidaten darf jedoch aber nicht mit der Jobzusage enden, so die Studie. Damit eine positiv erlebte Kandidatenerfahrung auch in eine positive Mitarbeitererfahrung übergeht, sind eine gute Einarbeitung und eine mitarbeiterzentrierte Integration in die Organisation notwendig. Doch tatsächlich sind vier von zehn neu angeheuerten Mitarbeitern von ihren neuen Arbeitgebern enttäuscht. Entweder war bereits die erlebte Candidate Experience nur mäßig oder Einarbeitung und Integration wurden vom Unternehmen mangelhaft organisiert.

Die Unternehmenskultur bleibt oft im Dunkeln

Verbesserungswürdig ist auch die Darstellung der Unternehmenskultur: 70 Prozent der Jobsuchenden erwarten vom Arbeitgeber Infos über Unternehmenskultur und Werte. Aber lediglich rund 40 Prozent der Arbeitgeber gelingt es, vor und während der Bewerbungsprozesse die eigene Kultur angemessen zu vermitteln. In 25 Prozent der Fälle wird die Kultur nach dem Jobantritt als besser erlebt, aber ein Drittel der Studienteilnehmer hat die Unternehmenskultur schlechter erlebt als erwartet. 85 Prozent der ehemaligen Bewerber haben angegeben, dass ihnen die eigene kulturelle Passung zum Unternehmen wichtig oder eher wichtig ist. Neue Mitarbeiter, die bald nach Antritt der neuen Stelle schon wieder nach anderen Arbeitgebern Ausschau hielten, waren mehrheitlich von der tatsächlich vorgefundenen Kultur enttäuscht. Womit Unternehmen besonders bei Frauen punkten können, sind flexible Arbeitszeiten: Rund 84 Prozent der weiblichen Jobsuchenden finden Unternehmen mit flexiblen Arbeitszeiten besonders attraktiv.

Eine positive Employee Experience ist Führungsaufgabe

Was die Erzeugung einer positiven Employee Experience betrifft, so ist sie nach Ansicht der Studienautoren Führungsaufgabe: Sowohl die Teilhabe am Job selbst, zum Beispiel durch Verantwortungsübernahme, als auch der regelmäßige Austausch mit der Führungskraft oder die Vermittlung von Unternehmenszielen und Strategie zählen, um Loyalität und eine hohe Leistung der Mitarbeiter zu bewirken. Im Hinblick auf die Führung lassen die Aussagen von zahlreichen Befragten einen deutlichen Verbesserungsbedarf erkennen. So berichtet nur jeder Zweite von regelmäßigen Feedbackgesprächen mit dem Vorgesetzten. Über die Unternehmensziele wurde mit 44 Prozent der neu eingestellten Mitarbeiter gesprochen.

Eine Zusammenfassung der Studie steht > hier zum Download bereit.