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Abstand zwischen Vorstands- und Mitarbeitervergütung steigt

Manager von hinten blickt auf Dollar- und Euro-Symbole auf einer Tafel
Eine Dax30-Manager strich im vergangenen Jahr das 71-Fache dessen ein, was ein Mitarbeiter seines Konzerns im Durchschnitt bekam.
Foto: © peshkov/Fotolia.de

2017 bezogen die Vorstände der Dax30-Firmen im Mittel 71-mal höhere Gehälter als der Durchschnitt der Beschäftigten in ihrem Unternehmen. Damit war der Abstand so hoch wie nie in den vergangenen zwölf Jahren.

Eine aktuelle Analyse der Hans-Böckler-Stiftung zeigt, dass der Abstand zwischen den Gehältern der Dax-Vorstände und dem Durchschnitt des Gehalts eines Mitarbeiters im Unternehmen im letzten Jahrzehnt insgesamt um rund 70 Prozent gestiegen ist. 2005 bekam ein Vorstandsmitglied im Dax noch durchschnittlich 42-mal soviel wie ein normaler Beschäftigter, 2006 war es das 58-Fache und im Extremjahr 2011 das 62-Fache. 2014 lag der Abstand mit 57-mal soviel etwas niedriger, während er sich daraufhin wieder erhöhte und das Jahresgehalt der Top-Manager im vergangenen Jahr im Schnitt um das 71-Fache höher lag als beim Durchschnitt der Beschäftigten. Für die Studie “Die Schere öffnet sich weiter” wurden die Geschäftsberichte der Dax30-Konzerne ausgewertet.

Vorstandsgehälter liegen im Schnitt um 68-mal höher als beim Durchschnitt der Mitarbeiter

Die Bandbreite der sogenannten Manager to Worker Pay Ratio – das Verhältnis zwischen Vorstandvergütung und durchschnittlichem Verdienst im Unternehmen – reichte 2017 bei den einzelnen Dax30-Firmen vom 20-Fachen bei der Commerzbank über das 47-Fache bei Linde und das 90-Fache bei Volkswagen bis zum 159-Fachen bei der Deutschen Post. Sowohl bei den Unter- als auch Obergrenzen handelt es ebenfalls um Höchststände. Der Median lag beim 68-Fachen. Auf diesen Wert kamen die Vorstände von BMW und Lufthansa. Nur drei Konzerne wiesen eine Ration von 30 und weniger auf, neben der Commerzbank waren es RWE (30) und Pro7 Sat1 (26). Bei vier Dax-Unternehmen betrug die Ratio über 100, außer dem Spitzenreiter Deutsche Post waren es Daimler (116), Heidelberg Cement (134) und Adidas (150).

CEOs kommen im Mittel auf das 97-Fache des Verdienstes eines ihrer Beschäftigten

Die Vergütung der CEOs im Vorstand war wie üblich am höchsten. Die Vorstandsvorsitzenden im Dax kamen im Geschäftsjahr 2017 im Schnitt auf das 97-Fache eines durchschnittlichen Beschäftigten in ihrem Unternehmen. Bei den übrigen Vorstandsmitgliedern war es im Mittel das 45-Fache. Die Gehälter der CEOs bewegten sich zwischen dem 25-Fachen bei der Commerzbank und dem 232-Fachen bei der Post. Zwölf der 30 Unternehmen zahlten dem Vorstandschef mindestens das 100-Fache des durchschnittlichen Gehalts. Von den einfachen Vorstandsmitgliedern erhielt einer mehr als das 100-Fache (Adidas: 107-mal soviel) und vier bekamen maximal das 20-Fache des Durchschnittsgehalts in ihrem Konzern.

Grafische Übersichten zu den Gehältern der Vorstände im Dax30 können > hier heruntergeladen werden. Weitere Informationen zeigt der Report “Manager to Worker Pay Ratio 2017. Das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Mitarbeitervergütung im DAX 30”, der ebenfalls zum > Download zur Verfügung steht.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.