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Betriebsveranstaltung: Wie sind „No-Show-Kosten“ zu berücksichtigen?

Feierliche Veranstaltung
Zur Entgeltabrechnung im Hinblick auf Betriebsfeiern hat der Bundesfinanzhof ein wichtiges Urteil gefällt. Foto: © Janni-stock.adobe.com

Bei Betriebsveranstaltungen kommt es immer mal wieder vor, dass
Mitarbeiter, die eingeplant waren, nicht erscheinen beziehungsweise
kurzfristig absagen. Zum Problem kann dies bei der Abrechnung der
Veranstaltung werden. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat jetzt entschieden, dass anteilige Ausgaben für eingeplante, aber nicht
anwesende Mitarbeiter den Mitarbeitern zuzurechnen sind, die tatsächlich teilnehmen (Urteil vom 29.04.2021, VI R 31/18).

Generell gilt für die Abrechnung von Betriebsfeiern: Die Ausgaben
des Arbeitgebers, etwa für das Catering oder ein musikalisches
Rahmenprogramm, führen bei den teilnehmenden Mitarbeitern zum
“Zufluss” von Arbeitslohn und sind damit grundsätzlich
lohnsteuerpflichtig. Dabei gilt jedoch ein Freibetrag von 110 Euro pro
Mitarbeiter. Das heißt, dass nur für die über diesem Freibetrag liegenden
Kosten Lohnsteuer anfällt. Um den Betrag zu ermitteln, aus dem letztlich die
Lohnsteuer zu berechnen ist, sind die Gesamtkosten der Veranstaltung
durch die teilnehmenden Mitarbeiter zu teilen.

Bisher war umstritten, wie im Hinblick auf die Lohnsteuer die Ausgaben zu berücksichtigen sind, die auf Arbeitnehmer entfallen, die kurzfristig nicht erschienen sind, jedoch angemeldet beziehungsweise eingeplant waren (sogenannte No-Show-Kosten). Der BFH hat sich dafür entschieden, dass diese Ausgaben auf die Mitarbeiter, die bei der Veranstaltung anwesend sind, aufgeteilt werden müssen. 

ist freier Journalist aus Biberach/Baden und schreibt regelmäßig News und Artikel aus dem Bereich Arbeitsrecht.