Arbeit neu denken: So punkten Sie bei Fachkräften

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Die Diskussion um New Work geht bislang weitestgehend an Fachkräften mit Berufsausbildung vorbei. Doch die aktuelle Studie von meinestadt.de „Zukunft der Arbeit“ zeigt: Die Mehrheit der Fachkräfte wünscht sich mit New Work verbundene Aspekte wie Mitbestimmung, flexiblere Arbeitszeiten oder flache Hierarchien. Arbeitgeber, die im Wettbewerb um Fachkräfte punkten möchten, können sich durch Arbeit an ihrer Kultur und Führung differenzieren und positiv abheben.

Die 3 Top-Wünsche an die Zukunft der Arbeit

New Work ist mehr als die Option auf Homeoffice. Für die meisten Fachkräfte ist Homeoffice aufgrund ihrer Jobbeschreibung ohnehin nicht möglich – etwa in der Pflege, im Einzelhandel oder in der Produktion. Es ist also weniger verwunderlich, dass die Wahl des Arbeitsortes nicht zu den Top-Wünschen zählt. Doch bei vielen weiteren Ansätzen von New Work, die auch für Fachkräfte umsetzbar wären, klaffen zwischen ihren Prioritäten und ihren Erfahrungen in der Praxis große Lücken.

Die drei wichtigsten Aspekte für die Zukunft der Arbeit sind für Fachkräfte die Selbstständigkeit bei der Arbeit (58,3 Prozent), flexible Arbeitszeiten (42,3 Prozent) sowie flache Hierarchien (35,8 Prozent). Und genau bei den beiden am höchsten priorisierten Aspekten ist die Lücke zwischen Wunsch und Realität besonders ausgeprägt: sie liegen über 20 Prozentpunkte auseinander.

In einzelnen Branchen und Berufen gibt es Besonderheiten: Zum Beispiel stufen 44,4 Prozent der Kranken- und Altenpfleger:innen Feedbackmöglichkeiten an Vorgesetzte und Kolleg:innen als sehr wichtig ein. Nur 19,2 Prozent haben diese Möglichkeit in ihrem jetzigen Job.

Nur 8,0 Prozent der Verkäufer:innen und 4,0 Prozent der Pflegekräfte machen uneingeschränkt die Erfahrung, die eigenen Arbeitszeiten flexibel einteilen zu können, 27,0 Prozent beziehungsweise 26,8 Prozent finden den Punkt aber sehr wichtig. In Logistik & Verkehr ist der Wunsch, selbstständig arbeiten zu können, mit 58,1 Prozent genauso stark ausgeprägt wie im Branchendurchschnitt. In der Praxis machen aber nur 31,4 Prozent der Fachkräfte in der Branche diese Erfahrung.

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Vier-Tage-Woche ist für Fachkräfte vorstellbar

Ein aktuell viel im Zusammenhang mit New Work diskutiertes Arbeitszeitmodell ist die Vier-Tage-Woche. Mitarbeitende arbeiten in diesem Konzept vier statt fünf Tage in der Woche und haben einen Tag länger zur Erholung. Das Arbeitszeitmodell soll die Produktivität und Zufriedenheit der Mitarbeitenden fördern und mehr Raum fürs Privatleben lassen. Wie blicken Fachkräfte auf dieses Arbeitszeitmodell?

Die Vier-Tage-Woche ist für die Mehrheit der Fachkräfte vorstellbar (88,4 Prozent), bei den 25- bis 34-Jährigen sind es sogar 91,8 Prozent. Aber auch 86,4 Prozent der Älteren (55-64 Jahre) können sich grundsätzlich vorstellen, vier statt fünf Tage zu arbeiten. Drei Viertel der Befragten halten die Arbeitszeitregelung für ihren Beruf beziehungsweise ihre Branche grundsätzlich für umsetzbar. Doch nur 29,6 Prozent glauben aktuell, dass sie sich in ihrer Branche tatsächlich durchsetzen wird.

Immerhin 32,3 Prozent würden dafür Abstriche beim Lohn in Kauf nehmen. Das Zielbild für die Mehrheit der Fachkräfte heißt aber: Vier-Tage-Woche nur bei vollem Lohnausgleich.

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Moderne Führung erlebt aktuell nur eine Minderheit der Fachkräfte

Hierarchische Strukturen im Personalmanagement und autoritäre Führung haben ausgedient. Für eine zukunftsorientierte Arbeitswelt rücken stattdessen Mitbestimmung für Mitarbeitende, Wertschätzung und Vertrauen in den Vordergrund – da sind sich Expert:innen einig. Und das ist auch der Wunsch der Fachkräfte an ihre Vorgesetzten. Doch diese scheinen noch nicht so richtig auf moderne Führung eingestellt. Aus Sicht der Fachkräfte klafft auch bei der Führung eine große Lücke zwischen dem Wunsch an ihre Vorgesetzten und der Wirklichkeit, die sie aktuell erleben.

Wertschätzung, Förderung des Zusammenhalts, Vertrauen in die Mitarbeitenden, klare Kommunikation sowie ein gutes Feedbackverhalten können aktuell nur eine Minderheit der Fachkräfte bei ihren Vorgesetzten ausmachen. Einer Mehrheit wären diese Aspekte aber besonders wichtig bei ihrem Chef oder ihrer Chefin.

Im Hinblick auf New Work für Fachkräfte-Berufe zeichnet sich aus Sicht der Arbeitnehmer:innen ein klares Bild ab: Sie möchten moderne Arbeitsmodelle, die ihnen mehr Flexibilität, mehr Mitbestimmung und Eigenständigkeit ermöglichen. Aktuell erleben dies jedoch nur wenige in der Realität. In Zeiten, in denen sich Fachkräfte ihre Arbeitgeber aussuchen können, punkten solche, die sich durch moderne Rahmenbedingungen und durch ihre Unternehmens- und Führungskultur profilieren.

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