EnBW: Umstrittene HR-Bereichsleiterin Maria Knill geht

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Die Personalstrategiechefin Maria Knill verlässt die EnBW auf eigenen Wunsch zum Ende des Jahres. Das bestätigte das Unternehmen unserer Redaktion, nachdem vergangene Woche bereits die Stuttgarter Zeitung darüber berichtet hatte. Schon im April hatte besagtes Medium veröffentlicht, dass Knill „wegen ihres robusten, als wenig empathisch empfundenen Führungsstils“ bei der Belegschaft nicht gut ankomme. Und: „Der Betriebsrat hat seinen Unmut über Arbeit und Auftreten der Personalchefin direkt an den Vorstandsvorsitzenden Andreas Schell herangetragen.“ 

Knill ist seit mehr als vier Jahren bei der EnBW. Begonnen hat sie ihre Karriere in der Tourismusbranche. Die Diplom-Sozialpädagogin wurde vor 20 Jahren Head of Global HR bei Thomas Cook, nachdem sie dort bereits über vier Jahre lang Leitungsfunktionen im Destinationsmanagement innehatte. Insgesamt war sie 13 Jahre lang bei dem Touristikkonzern beschäftigt, der 2019 aufgrund einer Insolvenz aufgelöst wurde. Nach Thomas Cook war Knill über sechs Jahre lang Vice President Global HR beim Solarunternehmen SolarWorld aus Bonn. Auch dieser Arbeitgeber meldete Insolvenz an, woraufhin sich Maria Knill als HR-Beraterin mit den Themenbereichen Personalstrategie, Reorganisation, HR-Aufbau/-Ablauforganisation, Restrukturierung und Change Management selbstständig machte. Wie die EnBW mitteilte, wird Knill ihre Selbstständigkeit nach ihrer Zeit beim Energiekonzern wieder aufnehmen.  

Nachfolger ist ein langjähriger Mitarbeiter 

Ein Nachfolger wurde bereits in den eigenen Reihen gefunden: Zum 1. Juli hat Christoph Klein, Leiter HR Grundsätze, zusätzlich den Bereich HR Strategie und Transformation übernommen. Der für ihn neue Bereich umfasst etwa 70 Mitarbeitende. 

Der studierte Rechtswissenschaftler hat im Jahr 2009 im Rahmen seines Studiums eine Station als Rechtsreferendar bei EnBW Systeme Infrastruktur Support absolviert. Im darauffolgenden Jahr fing er als Senior Counsel Recht Markt bei der EnBW an. Dem Unternehmen ist er seitdem treu geblieben. Es folgten etwa vier Jahre als Referent des Aufsichtsratsvorsitzenden, bis er dann im April 2020 Leiter HR Grundsätze wurde. 

Die EnBW mit Sitz in Karlsruhe hat in den vergangenen zehn Jahren die Zahl der Mitarbeitenden stark gesteigert, von gut 18.000 auf mehr als 26.000. Bis 2025 sind nach offiziellen Angaben fast 8.000 Planstellen im Konzern neu zu besetzen. Gründe seien Wachstum, demografischer Wandel und natürliche Fluktuation. 

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Gesine Wagner betreut als Chefin vom Dienst Online die digitalen Kanäle der Personalwirtschaft und ist als Redakteurin hauptverantwortlich für die Themen Arbeitsrecht, Politik und Regulatorik. Sie ist weiterhin Ansprechpartnerin für alles, was mit HR-Start-ups zu tun hat. Zudem verantwortet sie das CHRO Panel.