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Gehälter steigen trotz Rezession

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Trotz wirtschaftlicher Unsicherheit, Inflation und Rezession wollen viele Unternehmen weiterhin neue Mitarbeitende einstellen oder zumindest den Personalbestand flächendeckend halten. Bringen Arbeitnehmende die benötigten Anforderungen, Zertifikate und Abschlüsse mit, können sie deutlich höhere Einstiegsgehälter als im vergangenen Jahr erzielen, hat die internationale Personalberatung Robert Half in ihrer Gehaltsübersicht 2024 für Deutschland ermittelt. In der Übersicht werden die aktuellen Gehaltsniveaus für Positionen im Finanz- und Rechnungswesen, im kaufmännischen und IT-Bereich sowie in den Bereichen Banken und Finanzdienstleistungen und Legal ausgewiesen.

Über 100.000 Euro im IT-Bereich

Gerade durch die personellen Engpässe im IT-Bereich spitzt sich die Situation und das Werben um die besten Fachkräfte deutlich zu. Im gesamten IT-Beratungsbereich beispielsweise erzielen erfahrene Fachkräfte derzeit Jahresgehälter über 100.000 Euro und mehr. „Allein im IT-Bereich sind derzeit in etwa 140.000 Stellen unbesetzt. Die Nachfrage nach Kandidaten übersteigt das Angebot seit langem deutlich. Die zum Teil sehr hohen Gehaltssprünge über alle Fachbereiche hinweg ist ein Spiegel dieser Entwicklung“, sagt Pascal Köth, Vice President IT & Technology Deutschland bei Robert Half. Die Bedeutung der IT werde in den kommenden Jahren weiter zunehmen und vermutlich sogar entscheidendes Kriterium für Führungspositionen auf C-Level-Ebene sein, so Köth weiter.

Deutlich steigende Gehälter in der Buchhaltung

Im Finanz- und Rechnungswesen sehen sich die Angestellten zunehmend mit Herausforderungen konfrontiert, die im Zusammenhang mit steigenden regulatorischen Vorgaben stehen. Das bedeutet neben deutlich gestiegene Gehaltsniveaus im Umkehrschluss aber auch ein komplexeres Aufgabenspektrum. Bilanzbuchhalterinnen und Bilanzbuchhalter beispielsweise verdienen inzwischen im Schnitt rund 90.000 Euro.

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„Der Fachkräftemangel, aber auch die Anforderungen der Unternehmen an Zahlen und Reportings, katapultieren die Gehälter für das gesamte Rechnungswesen in neue Sphären“, sagt Vanessa Sproedt- Graef, Managing Director der Region Mitte bei Robert Half. „Nicht nur die stetig steigenden und komplexeren Regulierungen, auch der Umgang mit neuesten technologischen Hilfsmitteln treibt die Nachfrage nach neuen Fachkräften und Experten in den Abteilungen.“

Neubewertung von Positionen im kaufmännischen Bereich

Auch im kaufmännischen Bereich wird laut Gehaltsübersicht deutlich besser gezahlt als noch 2022. Besonders die Positionen, die nah an der Geschäftsführung oder dem Vorstand angesiedelt oder unmittelbar für die Gewinnung neuer Mitarbeiter verantwortlich sind, verzeichnen deutliche Gehaltszuwächse. So verdienen HR Business Partner beziehungsweise Partnerinnen durchschnittlich 76.250 Euro, Recruiterinnen und Recruiter können mit 61.250 Euro rechnen.

„Das Werben um neue Fachkräfte steht ganz oben auf der Agenda der Entscheider in den Unternehmen. Das hat unmittelbar Auswirkungen auf diejenigen in den Organisationen, die mit der Aufgabe befasst sind, dieses Personal zu finden. Sie sind inzwischen selbst zu raren Experten geworden und beziehen ebenfalls mehr Gehalt als noch vor einem Jahr“, sagt Emine Yilmaz, Vice President Permanent Talent Deutschland und Schweiz bei Robert Half.

Benefits und Zusatzmöglichkeiten werden wichtiger

Insgesamt zeige sich zudem, dass Benefits und Zusatzleistungen weiter an Bedeutung gewinnen, Angebot und Nachfrage allerdings noch nicht vollends synchron laufen, hat die Gehaltsübersicht ermittelt. So böten die Unternehmen beispielsweise vor allem innerbetriebliche Weiterbildungen an, die Arbeitnehmenden möchten allerdings eher neue Perspektiven beim Kunden oder in anderen Abteilungen erhalten.

Sven Frost betreut das Thema HR-Tech, zu dem unter anderem die Bereiche Digitalisierung, HR-Software, Zeit und Zutritt, SAP und Outsourcing gehören. Zudem schreibt er über Arbeitsrecht und Regulatorik und verantwortet die redaktionelle Planung verschiedener Sonderpublikationen der Personalwirtschaft.