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2023: Neuer Job für mehr Geld

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Anfang 2023 gaben 42 Prozent der Beschäftigten in Deutschland an, das Jahr mit einem positiven Gefühl begonnen zu haben. Lediglich rund vier Prozent hatten ein deutlich negatives Gefühl. Besonders optimistisch waren Arbeitnehmende mit Berufsprofilen, für die Unternehmen derzeit schwer Personal finden. So waren beispielsweise IT-Spezialistinnen und -Spezialisten mit 51 Prozent überdurchschnittlich zuversichtlich. Fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) leitete aus dieser Grundstimmung persönliche Vorsätze für Beruf und Karriere ab. 20 Prozent sagten, dass sie ihre eigene Position verbessern wollen, indem sie ihre persönliche Entwicklung voranbringen. Mit 19 Prozent wollten fast genauso viele ihr Gehaltssituation verbessern. An dritter Stelle stand das Ziel, den Job zu wechseln; für gut ein Sechstel (17 Prozent) war dies die primäre Intention für 2023. Das sind Ergebnisse des HR-Monitors vom Januar, für den Trendence regelmäßig Beschäftigte befragt. Der aktuelle Trendence Monitor zeigt nun, wie viele Beschäftigte im ersten Halbjahr 2023 tatsächlich beruflich neue Wege gegangen sind. Dafür wurden im Juli bundesweit 5.226 Arbeitnehmende repräsentativ befragt, davon 1.961 Beschäftigte mit akademischem Hintergrund und 3.266 Fachkräfte.

Akademiker wechselbereiter als nichtakademische Fachkräfte

Danach hat ein Viertel der Befragten (25 Prozent) in den ersten sechs Monaten dieses Jahres den Job gewechselt, wobei akademisch gebildete Arbeitskräfte mit 29 Prozent aktiver waren als „normale“ Fachkräfte mit etwa 23 Prozent. Insgesamt nahmen 14 Prozent eine Stelle bei einem anderen Arbeitgeber an, sechs Prozent haben eine neue Position beim bisherigen Unternehmen angetreten und weitere fünf Prozent kündigten, um ihr eigenes Geschäft zu starten. Auch hier gibt es Unterschiede zwischen Beschäftigten mit akademischer Bildung und Nichtakademikern. Während von den Akademikerinnen und Akademikern 15 Prozent in einem anderen Unternehmen anheuerten, waren es bei den nicht akademisch Gebildeten rund 13 Prozent. Was den internen Jobwechsel betrifft, so vollzogen ihn acht Prozent der Beschäftigten mit Hochschulabschluss und fünf Prozent der Fachkräfte. Auch bei den Kündigungen wegen Neugründungen lagen Akademikerinnen und Akademiker mit sechs Prozent leicht vor den Fachkräften mit vier Prozent. Die hohe Wechselbereitschaft zeigt nach Ansicht von Trendence-Geschäftsführer Robindro Ullah, dass die Beschäftigten „ihre hervorgehobene Marktposition verinnerlicht haben und diese für sich nutzen möchten“. Andererseits sei auch erkennbar, dass sich der Jobmarkt weitestgehend von der wirtschaftlichen Situation abkoppelt habe.

Gehaltssteigerung als treibende Kraft für den Wechsel

Das Hauptmotiv für den Jobwechsel war für die meisten Befragten das Gehalt: 37 Prozent der Männer und 36 Prozent der Frauen gaben an, dass die Vergütung der Treiber war, beim bisherigen Unternehmen zu kündigen. Der Gehaltsaspekt stand sowohl für akademische Kräfte als auch für Fachkräfte auf Platz eins der Gründe. Die weiteren Faktoren bei Akademikerinnen und Akademikern waren attraktivere Arbeitsaufgaben, mehr Flexibilität, mehr Sicherheit, Aufstiegsmöglichkeiten im Job, eine bessere Work Life Balance und die Möglichkeit, remote/im Homeoffice arbeiten zu können. Bei den Fachkräften waren die Motive etwas anders gewichtet. Auf den Gehaltsfaktor folgten mehr Flexibilität, ein besseres Team, ein kürzerer Arbeitsweg, attraktivere Arbeitsaufgaben, weniger Arbeitsbelastung und bessere Vorgesetzte.

Der Wunsch, durch einen Jobwechsel mehr Geld zu verdienen, wurde bei den meisten Befragten auch erfüllt. 39 Prozent konnten 20 Prozent oder mehr Gehalt erzielen. 44 Prozent erreichten eine um bis zu zehn Prozent höhere Vergütung durch die berufliche Veränderung. Von den akademischen Arbeitskräften kamen 14 Prozent auf über 20 Prozent mehr Verdienst, 25 Prozent verbuchen ein Plus von zu 20 Prozent, 44 Prozent verdienen bis zu zehn Prozent mehr und 17 Prozent erreichen immerhin einen Gehaltsanstieg von fünf Prozent. Bei den Fachkräften fiel der Zuwachs etwas weniger hoch aus: Auf über 20 Prozent mehr Gehalt kamen elf Prozent, bis zu 20 Prozent mehr bekommen 18 Prozent, bis zu zehn Prozent Plus erzielten 42 Prozent und 30 Prozent verbuchen ein Gehaltsplus von bis zu fünf Prozent. Allerdings geben auch rund neun Prozent der Fachkräfte und akademisch gebildeten Beschäftigten an, durch den Jobwechsel etwas bis deutlich weniger zu verdienen als in ihrer früheren Position. Für sie spielten bei der beruflichen Neuorientierung offenbar andere Faktoren eine wichtigere Rolle.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.