Ausgezeichnete Arbeit: „Drei Fragen an…“ Redakteurin Lena Onderka

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Was bedeutet für dich persönlich der Titel „Fachmedium des Jahres“ – und wofür steht die Personalwirtschaft in deinen Augen? Was sind aus deiner Sicht die Zutaten für ausgezeichneten HR-Journalismus?

Wenn man viel Energie in ein Projekt steckt, dann ist es immer schön, wenn es gut ankommt. Nicht nur bei den Leser*innen, sondern auch bei anderen Journalist*innen. Es gibt einem ein bisschen mehr Orientierung dazu, ob man mit der Weiterentwicklung seines Magazins in die richtige Richtung geht. Und es ist schön zu wissen, dass wir das tun.

Die Personalwirtschaft steht für mich für informativen Journalismus rund um die Arbeitswelt. Wer uns liest, ist mit allen wichtigen Entwicklungen der HR-Arbeit versorgt und erhält wegweisende Informationen, um erfolgreich in die Zukunft zu gehen.

Für mich zeichnet sich guter HR-Journalismus dadurch aus, dass wir aktuelle Entwicklungen kritisch, vielfältig und unterhaltsam aufzeigen. Vereinfachungen und oberflächliche Berichterstattungen sollten keinen Platz haben, dafür aber innovative HR-Ansätze und fundierte Einordnungen von emotional aufgeladenen Themen.

Lena Onderka ist redaktionell verantwortlich für den Bereich Employee Experience & Retention – wozu zum Beispiel auch die Themen BGM und Mitarbeiterbefragung gehören. Auch das Thema Diversity betreut sie. Zudem ist sie redaktionelle Ansprechpartnerin für den Deutschen Human Resources Summit und das HR Forum Banking. Foto: FAZ BM
Lena Onderka ist redaktionell verantwortlich für den Bereich Employee Experience & Retention – wozu zum Beispiel auch die Themen BGM und Mitarbeiterbefragung gehören. Auch das Thema Diversity betreut sie. Zudem ist sie redaktionelle Ansprechpartnerin für den Deutschen Human Resources Summit und das HR Forum Banking. Foto: FAZ BM

Welche Begegnung, welches HR-Projekt oder welches Interview hat dich nachhaltig beeindruckt?

Interviews, die mich nachhaltig prägen, sind immer solche, die meine Sichtweise auf die Welt, auf mich, oder auf ein Thema verändern. In meiner Zeit bei der Personalwirtschaft war das beispielsweise ein Interview zum Thema Diskriminierung von Menschen mit Migrationsgeschichte, bei dem mir vom Interviewpartner bestimmt aber freundlich gesagt wurde, dass ich bitte nicht von „Integration der Menschen mit Migrationsgeschichte“ sprechen soll. Schließlich leben viele von ihnen seit ihrer Kindheit hier. In einem anderen Interview hat mir der Gesprächspartner im Detail von seiner Erfahrung mit Depressionen berichtet und mir damit auch – ohne es zu wissen – den Spiegel vorgehalten, wie ich mich in meinem privaten Umfeld unpassend gegenüber einer Person mit Depressionen verhalten habe.

Was machst du, wenn der Redaktionsschluss durch ist?

Ich würde jetzt gerne sagen: Ich halte kurz inne und feiere das mit einem bestimmten Ritual. Aber die Realität ist: Ich arbeite einfach normal weiter. Einzig, wenn ich die Ausgabe erstmal gedruckt in den Händen halte, freue ich mich kurz darüber, was wir kreiert haben. Gedanklich bin ich aber meistens schon weitergegangen

Rebecca Scheibel ist Redaktionsleiterin Online und verantwortlich für die digitalen Kanäle der Personalwirtschaft.