Führungseigenschaften: Hogan-Studie deckt große Lücke auf

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„The Leadership Divide“ heißt ein aktueller Vergleich von Hogan Assessments. Die Beratung analysierte die Bewertungsdaten von mehr als 21.000 Führungskräften weltweit nach den Eigenschaften, die sie im Unternehmen am ehesten voranbrachten. Parallel befragten sie Mitarbeitende, welche Eigenschaften sie sich von ihren Führungskräften wünschen. Die Diskrepanz war dabei erheblich. Die fünf meistgewünschten Eigenschaften deckten sich nicht mit den fünf, welche die Führungskräfte am häufigsten aufzeigten.


Die Ergebnisse unterscheiden sich je nach Ländern geringfügig. So sind Eigenschaften, die in deutschen Unternehmen belohnt werden, beispielsweise Direktheit, Autonomie und Ehrgeiz. Von den Mitarbeitenden am meisten gewünscht werden allerdings Integrität, Teambuilding und effektive Kommunikation. 38 beziehungsweise 37 Prozent der deutschen Befragten wünschen sich zudem eine Führungskraft, die Freude an der Arbeit hat und den Teamgeist fördert. Die Hälfte gab an, passiv-aggressive und sture Führungskräfte abzulehnen, 48 Prozent gaben als nicht erwünschte Eigenschaft emotionale Instabilität, 45 Prozent Übervorsichtigkeit an.

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Von guten Führungskräften wird erwartet, dass sie souverän mit unterschiedlichen Perspektiven und konstruktiver Kritik umgehen können. Dies ist insbesondere in Unternehmen wichtig, in denen Mitarbeitende aus vielen verschiedenen Hintergründen zusammenarbeiten. Doch gerade diese Eigenschaft könnte im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz (KI) verloren gehen. Denn Large Language Models (LLMs) wie ChatGPT, Claude und Perplexity sind von Werk aus darauf ausgelegt, uns zu gefallen und zu ermutigen.

Das zeigte eine kürzlich im Magazin „Science“ veröffentlichte Studie: Bei elf untersuchten KI-Modellen bestätigte die KI die Nutzenden in ihrem Handeln im Durchschnitt um 49 Prozent häufiger, als andere Menschen es tun würden. Besonders alarmierend: Dies galt auch bei Szenarien, die Täuschung oder Rechtsverstöße beinhalteten. Das Forschungsteam warnt, dass diese Dauerschmeichelei langfristig die Fähigkeit untergraben kann, sich selbst infrage zu stellen oder mit widersprüchlichen Meinungen umzugehen.

Angela Heider-Willms verantwortet die Berichterstattung zu den Themen Transformation, Change Management und Leadership. Zudem beschäftigt sie sich mit dem Thema Diversity.