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Personalchefin Valerie Holsboer muss gehen

Valerie Holsboers Vertrag als Personal- und Finanzchefin der BA wurde vorzeitig beendet.
Valerie Holsboer wurde am 12. Juli vom Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit als Personal- und Finanzvorständin abgewählt.
Fotoquelle: DPA/Daniel Karmann

Valerie Holsboer, seit dem 1. April 2017 bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) für die Ressorts Personal und Finanzen verantwortlich, muss ihren Posten aufgeben. Der Grund sind offenbar unüberbrückbare Differenzen mit der Arbeitgeberseite im Verwaltungsrat.

In seiner gestrigen Sitzung hat der Verwaltungsrat der BA > Valerie Holsboer abgewählt, die bisher verantwortlich für die rund 100 000 Mitarbeiter der Behörde war. Die Bundesregierung muss der Entscheidung noch zustimmen.

Die 42-jährige Juristin hatte vor ihrer Ernennung zum Vorstandsmitglied mehrere Jahre lang selbst auf Arbeitgeberseite im Verwaltungsrat gesessen. Holsboer war die erste und bisher einzige Frau im Vorstand der Behörde.

Peter Clever, stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates und Sprecher der Arbeitgeberbank, bezeichnete die getroffene Entscheidung als Schlusspunkt eines leider notwendig gewordenen Konfliktes. Annelie Buntenbach, Vorsitzende des Verwaltungsrats und Sprecherin der Arbeitnehmer-seite, sagte, dass die Arbeitgebergruppe das Vertrauen zu Holsboer für unwiderruflich zerrüttet erklärt habe, so dass keine tragfähige Grundlage für die weitere Arbeit des Vorstandes mehr gegeben sei. Die Arbeitnehmergruppe bedaure, dass keine einvernehmliche Lösung gefunden werden konnte. Auch Holsboer äußerte sich bedauernd über das Votum des Aufsichtsratsvotums, “auch dass es so unnötig und schädlich laut zustande gekommen ist”, wie sie der Deutschen Presse-Agentur (DPA) nach der Sitzung mitteilte.

Über die tatsächlichen Motive für die Abwahl Holsboers kursieren unterschiedliche Verlautbarungen. Der DPA zufolge sollen Teile des BA-Aufsichtsgremiums mit der Arbeit der Vorständin unzufrieden gewesen sein. So habe sie beim erforderlichen personellen Umbau der BA nicht das nötige Tempo an den Tag gelegt. Laut der Süddeutschen Zeitung soll das Arbeitgeberlager vor der Entscheidung betont haben, die Pläne für die vorzeitige Auflösung des Fünf-Jahres-Vertrags hätten rein fachliche Gründe. Sie sei glänzend in der Selbstdarstellung, habe sich aber zu wenig in Personalmanagement und Finanzfragen eingearbeitet, so die Wiedergabe der Zeitung. Die Unterstützer Holsboers bezweifeln dies jedoch. Vielmehr, so Medienberichte, hätten Vorbehalte einiger gegenüber dem “frischen Wind”, den sie in die BA gebracht habe, eine Rolle gespielt. Andere gehen davon aus, dass Valerie Holsboer nicht Clevers Erwartungen erfüllt habe, ein Gegengewicht zum SPD-Mitglied und BA-Chef Detlef Scheele zu bilden und dass sie sich nicht von Clever habe instrumentalisieren lassen.

Der Verwaltungsrat wird, so die BA, voraussichtlich im Herbst über die Nachfolge im Vorstandsbereich Finanzen und Personal entscheiden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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