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18 Top-HR-Projekte beim Deutschen Personalwirtschaftspreis ausgezeichnet

#DPP2021: Die Sieger
Die Siegerinnen und Sieger des Deutschen Personalwirtschaftspreises 2021. (Foto: Anna Weise)

Zum insgesamt 29. Mal ist heute der Deutsche Personalwirtschaftspreis (#DPP2021) verliehen worden. Insgesamt 18 Projekte wurden dabei im F.A.Z.-Atrium in Berlin geehrt. Alle nominierten Unternehmen waren anwesend, coronakonform mit entsprechenden Abstands- und Hygieneregeln folgten sie der Moderation von Personalwirtschaft-Chefredakteur Cliff Lehnen und dem -Herausgeber Erwin Stickling. Zudem wurde das Event live zum Abschluss der Messe Zukunft Personal (ZP) Reconnect übertragen, Interessierte konnten dem Livestream aber auch vom Schreibtisch oder Sofa aus folgen.

Die Top-Platzierung in der Kategorie Ausbildung erreichte Engelbert Strauss. Die Lufthansa siegte beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement, AOK Systems war erfolgreich in der Rubrik HR Digital, während Novartis im Bereich Leadership ausgezeichnet wurde. Die Deutsche Post hatte beim Recruiting die Nase vorn und Roche zeigte das beste Talent Management.

In einer spontanen Keynote-Ansprache zu den Entwicklungen der Arbeitswelt sagte die Jurorin Jutta Rump, Professorin an der Hochschule Ludwigshafen, dass angesichts der drei großen Transformationen der Gegenwart – der Digitalisierung und der ökonomischen sowie ökologischen Herausforderungen ­– komplexe Veränderungen erforderlich seien. “Dafür brauchen wir die Schwarmintelligenz aller Beteiligten, um die Arbeitswelt von ‚New Work’ in ein ‚New Normal’ weiterzuentwickeln.”

Insgesamt 70 Unternehmen hatten sich um die begehrten Preise beworben, eine hochkarätige Fachjury wählte die jeweils besten drei Kandidaten einer Kategorie aus. Die Finalisten konnten ihre Projekte zwischen dem 9. und dem 15. September im Rahmen von Webinaren vorstellen, dabei schalteten sich insgesamt rund 1500 Zuschauerinnen und Zuschauer zu. Im virtuellen Ausstellerbereich der ZP Europe der Personalwirtschaft fand dann bis zum Mittwoch (15. September) ein Voting statt, bei dem alle nominierten Projekte anhand von kurzen, von den Teams selbst gedrehten Videos zur Abstimmung bereitstanden. Insgesamt 5646 Stimmen wurden dabei abgegeben. Dieses Voting war zusammen mit der Jury-Einschätzung Grundlage für die finale Rangfolge.

Die Nominierten und die Siegerprojekte im Einzelnen:

Kategorie Ausbildung

Sieger in der Kategorie Ausbildung wurde die Engelbert Strauss GmbH & Co. KG. Der Hersteller von Berufsbekleidung gewann mit dem Projekt “Strauss Campustour”. Drei Tage lang wurde dafür live aus dem Headquarter des Unternehmens gestreamt. Informiert wurde so über die Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten bei Engelbert Strauss. Ergebnis der Aktion: Mehr als eine Million Aufrufe bei Youtube und letztlich mehr Bewerber für die Ausbildung bei Engelbert Strauss. Laudator Tobias Heberlein, Geschäftsführer der FUNKE Works GmbH, lobte die “Coolness” des Projektes, mit dem auch junge Frauen für den IT-Bereich begeistert werden könnten.

Den zweiten Platz erreichte die Vollmer Werke Maschinenfabrik GmbH mit ihrem Projekt zum digitalen Ausbildungsmarketing. Kernstück war neben einem interaktiven Betriebsrundgang ein “Praktikum-to-go”, für das Schülerinnen und Schüler ein Paket mit Werkzeugen und Materialien bekamen und sich unter digitaler Anleitung der aktuellen Azubis ganz praktisch in verschiedenen Tätigkeiten versuchen konnten.

Rang drei belegte die 3M Deutschland GmbH mit ihrem “Next Generation Council”. In dem Multitechnologie-Unternehmen mit seinen 95.000 Mitarbeitenden weltweit, darunter 260 Azubis und dual Studierenden in Zentraleuropa, kommuniziert der Unternehmensnachwuchs mit dem Management “auf Augenhöhe”, entwickelt Ideen und lernt Verantwortung zu übernehmen.

Kategorie Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)

In der Kategorie Betriebliches Gesundheitsmanagement gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der Lufthansa und Liebherr Verzahntechnik, die Jury entschied sich letztlich für die Lufthansa mit ihrem Projekt “#WeAreThereForYou – taking care for body, mind and company”. Die Lufthansa begleitet mit diesem Projekt die Mitarbeitenden mit digitalen Formaten wie beispielsweise der Podcast-Serie “Gesundes Führen” durch die Zeit der Corona-Krise. Gerade in der schwierigen Phase der Kurzarbeit solle trotz räumlicher Distanz niemand allein gelassen werden. Laudatorin Dr. Sabine Voermans, Leiterin Gesundheitsmanagement bei der Techniker Krankenkasse, hob das Engagement der Lufthansa in der Krise hervor, mit der das Wohlergehen der “Mitarbeitenden in den Mittelpunkt” gestellt werde. Für Dr. Lothar Zell, einen der Initiatoren des Projektes bei der Lufthansa, ist der Preis auch eine Möglichkeit, “das Standing innerhalb der Organisation zu erhöhen”.

Die Liebherr Verzahntechnik GmbH wurde für die Einrichtung eines ganzheitlichen, strategisch ausgerichteten BGM mit Rang Zwei ausgezeichnet. BGM sei mehr als der Gratis-Apfel und Rückentraining. Unter dem Motto “Verhältnisse vor Verhalten” werden seit zwei Jahren Fragen des Gesundheitsmanagements in die Unternehmensstrategie eingebunden.

“Mentale Gesundheit goes digital” heißt das mit dem dritten Platz belohnte BGM-Projekt des AXA Konzerns.  Expertinnen für Health und Safety und BGM entwickelten die Unterstützungsplattform #WieGehtsDir, auf der sie gebündelt Informationen, Unterstützungsangebote und Tipps rund um die Gesundheit finden können.

Kategorie HR-Digital

Die AOK Systems GmbH erreichte mit dem Gestaltungs- und Organisationsprojekt “AS W::E GO” unangefochten den ersten Platz. Die HR-Experten des IT-Dienstleister für die gesetzlichen Krankenversicherungen ermittelten im Rahmen des Projektes, welche Aufgaben in Zukunft zu bewältigen sind, welche Kompetenzen es dafür braucht und wie die Workforce dafür in Richtung Zukunft entwickelt werden kann. Personalwirtschaft-Herausgeber Erwin Stickling hob in seiner Laudatio hervor, wie wichtig HR-Analytics sei, qualitative und quantitative Daten könnten wertvolle Informationen über den Zustand einer Organisation liefern.

Der zweite Platz ging an den Spezialchemie-Hersteller Evonik Industries AG, ausgezeichnet wurde das Community Management für das Evonik Social Network, darin sind schon heute mehr als 6000 Communities aktiv. Das Unternehmen stellt die Plattform zur Verfügung, ebenso wie die notwendigen Tools, Beratung und Unterstützung.

Die Strategische Partnerschaft Sensorik e.V. erreichte mit ihrem Projekt “CoDiCLUST – Coaches für Digitales Lernen in Clustern” den dritten Platz. Gemeinsam mit Projektpartnern wurde eine Servicestelle für digitales Lernen ins Leben gerufen. So werden rund 90 Mitgliedsunternehmen durch eine eigens entwickelte App, Coaching und Beratung in der digitalen Transformation zu unterstützt.

Kategorie Leadership

Auch in der Kategorie Leadership war das Rennen unter den drei Finalisten äußerst eng – alle drei Finalisten hatten die gleiche Punktzahl, am Ende entschied die Jury: Sieger ist Novartis Deutschland, knapp vor T-Systems und der REWE Group. Das Pharmaunternehmen setzt unter dem Schlagwort “unbossed” auf eine neue Leadership-Kultur. Im Zentrum des Projektes “Choice with Responsibility” steht die Freiheit der Mitarbeitenden, in ihrem Team zu entscheiden, wo, wann und  wie sie arbeiten möchten. Für Laudatorin Professor Jutta Rump ist die Novartis-Führungskultur, wie sie sich in dem Choice-Projekt darstellt, wegweisend, sie vereine vorbildlich Elemente wie Partizipation, Hierarchiefreiheit, die Orientierung an Stärken und Talenten. Tobias Glück, Mitglied der Geschäftsführung von Novartis Deutschland, betonte, dass Vertrauen in die Mitarbeitenden im Vordergrund stünde. Sein Rat: “Es lohnt sich, diesen Weg zu gehen.”

Die T-Systems International GmbH kam mit dem Projekt: “We.Work.New.” auf einen hervorragenden zweiten Platz. Ziel des Projektes ist es, die Arbeitswelt der rund 28.000 Mitarbeitende von innen zu verändern und so für mehr Flexibilität und Selbstbestimmung zu sorgen. Entscheidend dafür ist folgender Grundsatz: “Was wir tun bestimmt, wo und wie wir arbeiten.”

Die drittplatzierte REWE Group überzeugte mit dem Projekt “myCampus 2.0”, das sich mit maßgeschneiderten Seminare, Coachings und anderen Entwicklungsmaßnahmen an die Führungskräfte der 15.480 Märkte und Reisebüros der Gruppe richtet.

Kategorie Recruiting

Eng wurde es im Wettbewerb in der Kategorie Recruiting. Schließlich siegte die Deutsche Post AG im Finale mit dem “HR-DM (Human Resource Data Management)”. Personalgewinnung ist für das Unternehmen mit seinen 200 000 Mitarbeitenden ein wesentlicher Erfolgsfaktor – und das neue HR-Data Managementsystem  ermöglicht es, in einem einzigen System alle Daten zum Bewerbermanagement Ende zu Ende abzubilden. Laudator Stefan Barislovits von stellenanzeigen.de konnte in der Kürze der Zeit gar nicht genug lobende Worte für das Projekt finden, es sei ein “Leuchtturmprojekt” für zeitgemäßes und erfolgreiches Recruiting. Für Mirjam Ferrari, Vice President Recruiting, ist die Nutzung von Recruiting Analytics als alternativlos: “Zahlen lügen nicht”, ist ihr Motto.

Einen hervorragenden zweiten Platz belegte die Jobmedica GmbH mit der Kampagne “Systemrelevant – und nu?”. Der auf medizinische Fachkräfte spezialisierte Personaldienstleister aus Sachsen wirbt mit Motiven verschiedener Künstler über Social Media-Kanäle um die begehrten Fachleute, ein Künstlermotiv mit einem Oktopus wurde sogar auf eine Häuserwand gepinselt. Der Erfolg: Die Bewerberzahlen gingen nach oben.

Dritter Sieger wurde die Bertelsmann SE & Co. KGaA mit dem Projekt “Talent meets Bertelsmann”. Der Medien- und Bildungskonzern hat sein traditionsreiches Recruiting-Event “Talent meets Bertelsmann” 2021 coronabedingt in den virtuellen Raum verlegt. Interaktion, Entertainment, Netzwerken und Lernen fanden trotzdem statt.

Kategorie Talent Management

In der Kategorie Talent Management gab es einen klaren Sieger: Die Roche Diagnostics GmbH mit dem Projekt “DasElternPlus – gemeinsam besser”. In dem Projekt geht es dem Biotechunternehmen darum, insbesondere hochqualifizierten jungen Frauen auch mit Kindern bessere Chancen zu ermöglichen. Der Weg dazu: Roche fördert Eltern finanziell, bei denen beide Partner wenigstens ein Jahr lang eine Teilzeittätigkeit mit mindestens 28 Wochenstunden ausüben – auch wenn nicht beide Partner im Unternehmen arbeiten. Personalwirtschafts-Chefredakteur Cliff Lehnen brachte es in seiner Laudatio auf den Punkt: “Andere reden, Sie zahlen.” Für Silke Heinrichs, Head of Diversity and Inclusion bei Roche, ist das Projekt ein Frage der Prioritäten. Junge Frauen und Eltern zu unterstützen, sei eine vordringliche Aufgabe.

Die Sparda-Bank München eG wurde für ihre “Lernlandschaft Achtsames Verkaufen”, bei dem die Fähigkeiten und Kenntnisse der Mitarbeitenden durch Trainings und die Stärkung von Selbstlernformaten weiterentwickelt werden, mit dem zweiten Platz ausgezeichnet.

Die erst Anfang 2021 gegründete Autobahn GmbH des Bundes überzeugte mit dem Projekt “Spurwechsel” , welches den Mitarbeitenden die Möglichkeit gibt, innerhalb des Unternehmens andere Aufgaben zu übernehmen, sich weiter- oder quer zu entwickeln. Dafür gab es den dritten Platz.

Mehr Infos zum Deutschen Personalwirtschaftspreis und alle Bewerbervideos gibt es auf der Webseite des Preises.

Ist Redakteurin der Personalwirtschaft. Ihre inhaltlichen Schwerpunkten sind die Themen Aus- und Weiterbildung, Hochschule und Studium sowie Employer Branding.