New Work SE: Burda nimmt kriselnde Social-Media-Tochter von der Börse

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Auf die Xing- und kununu-Betreiberin New Work kommen offenbar schwierige Zeiten zu: Der Medienkonzern Burda plant eine Komplettübernahme und will seine kriselnde Social-Media-Tochter von der Börse nehmen. Angedeutet hatte sich das bereits vor zwei Monaten. Laut F.A.Z. hatte Burda seine Beteiligung im März auf gut 74 Prozent aufgestockt, nachdem New Work in den vorangegangenen zwölf Monaten wegen der trüben Konjunkturaussichten rund 60 Prozent ihres Wertes eingebüßt hatten. Die New Work SE ist seit 2006 börsennotiert und hat laut Manager-Magazin derzeit einen Wert von 730 Millionen Euro.

New-Work-Aktionäre sollen 66,25 Euro pro Aktie erhalten

Der geplante Börsenrückzug war am Dienstag ein zentrales Thema auf der Hauptversammlung von New Work, wo Petra von Strombeck, Vorstandsvorsitzende der New Work SE, die mit Burda getroffene sogenannte Delisting-Vereinbarung vorstellte. Demnach sollen allen bisherigen New-Work-Aktionären 66,25 Euro pro Aktie geboten werden. Von Strombeck unterstrich, dass die Unternehmensstruktur mit den zwei großen Marken XING und kununu und den Marken zugeordneten Vertriebsmannschaften beibehalten werde. Wie tief die New Work SE trotz dieser Beteuerungen in der Krise steckt, zeichnete sich bereits Anfang 2024 ab, als die Vorstandsvorsitzende einen umfangreichen Stellenabbau ankündigte, über den auch die Personalwirtschaft berichtete. Insgesamt werden 400 der rund 1600 Stellen abgebaut, laut Medienberichten etwas mehr als die Hälfte davon am Hauptstandort in Hamburg. Die Standorte Berlin und München werden komplett geschlossen.

Die Gründe für die Krise sind vielfältig. Neben den seit Jahren sinkenden Nutzerzahlen und einem daraus resultierenden Gewinnrückgang muss die New-Work-Marke kununu laut einem Gerichtsentscheid künftig möglicherweise die Identität ihrer Nutzer offenlegen und verliere dadurch einen wichtigen Baustein ihrer Geschäftsidee. Das Unternehmen will das Urteil allerdings anfechten. Offen ist zudem, wie sich die mit viel Vorschusslorbeeren gestartete Recruiting-Lösung onlyfy weiter entwickeln wird.

Sven Frost betreut das Thema HR-Tech, zu dem unter anderem die Bereiche Digitalisierung, HR-Software, Zeit und Zutritt, SAP und Outsourcing gehören. Zudem schreibt er über Recruiting und Employer Branding. Er verantwortet weiterhin die redaktionelle Planung verschiedener Sonderpublikationen der Personalwirtschaft.