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Erfolgreiche Klage gegen Kündigung wegen Kirchenaustritt

Garderobe in einer Kita
Um die Entlassung eines Kita-Mitarbeiters wegen dessen Austritts aus der Kirche ging es in einem Urteil des LAG Baden-Württemberg. Foto: © Frank Lambert-stock.adobe.com

In dem Fall ging es um die Klage eines Mannes, der seit 1995 als Koch in einer von der evangelischen Kirche betriebenen Kindertagesstätte beschäftigt ist. Der Arbeitnehmer erklärte im Juni 2019 seinen Austritt aus der evangelischen Landeskirche. Nachdem sein Arbeitgeber davon erfahren hatte, kündigte er das Arbeitsverhältnis fristlos. Der Arbeitgeber sieht sein Handeln und Verständnis vom besonderen Bild der christlichen Dienstgemeinschaft geprägt. Mit dem Kirchenaustritt verstoße der Mitarbeiter deshalb schwerwiegend gegen seine vertraglichen Loyalitätspflichten, so die Begründung. Der Koch wiederum argumentierte, dass sich sein Kontakt mit den Kindern auf die Ausgabe von Getränken beschränkt habe. Auch mit dem pädagogischen Personal in der Kita habe er nur alle zwei Wochen in einer Teamsitzung Kontakt gehabt, wo es um rein organisatorische Probleme gegangen sei.

Fristlose Kündigung für unwirksam erklärt

Der Arbeitnehmer reichte Kündigungsschutzklage ein, der Fall kam vor Gericht. Das Arbeitsgericht Stuttgart gab dem Mitarbeiter Recht und erklärte die Kündigung für unwirksam. Der Arbeitgeber ging daraufhin in Berufung. Doch auch das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg erklärte die fristlose Kündigung für unwirksam und schloss sich der Begründung des Arbeitsgerichts an (LAG Baden-Württemberg, Urteil vom 10.02.2021, Az 4 Sa 27/20). Die Loyalitätserwartung des Arbeitgebers, dass der Arbeitnehmers nicht aus der evangelischen Kirche austrete, stelle keine wesentliche und berechtigte Anforderung an die persönliche Eignung des Mitarbeiters dar.

Quelle: Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg

ist freier Journalist aus Biberach/Baden und schreibt regelmäßig News und Artikel aus dem Bereich Arbeitsrecht.