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Kündigung: “Corona” reicht als Begründung nicht aus

Stempel mit Aufschrift Kündigung
Eine betriebsbedingte Kündigung muss auch in Corona-Zeiten detailliert und plausibel begründet werden. Foto: © Wolfilser-stock.adobe.com

Nach einer Entscheidung des Arbeitsgerichts Berlin rechtfertigt der pauschale Hinweis auf “Corona” allein noch keine betriebsbedingte Kündigung. Um eine betriebsbedingte Kündigung zu rechtfertigen, muss der Arbeitgeber anhand seiner Auftrags- und Personalplanung im Detail darlegen, warum nicht nur eine kurzfristige Auftragsschwankung vorliegt, sondern ein dauerhafter Auftragsrückgang zu erwarten ist. Wird im Betrieb Kurzarbeit geleistet, spricht dies nach Ansicht des Arbeitsgerichts Berlin gegen einen dauerhaft gesunkenen Beschäftigungsbedarf (Urteil vom 05.11.2020, Az. 38 Ca 4569/20).

Zu unspezifisch im Zusammenhang mit einer betriebsbedingten Kündigung ist demnach auch der bloße Verweis auf einen Rückgang der Umsätze. In weiteren Urteilen hat das Arbeitsgericht Berlin entschieden, dass die Erklärung, es habe einen starken Umsatzrückgang gegeben und man habe nicht anders auf denselben reagieren können, als eine Anzahl von Kündigungen auszusprechen, keine ausreichende Begründung zur Rechtfertigung einer betriebsbedingten Kündigung sei (Urteile vom 25.08.2020, Az. 34 Ca 6664/20, 34 Ca 6667/20 und 34 Ca 6668/20).

Quelle: Arbeitsgericht Berlin

ist freier Journalist aus Biberach/Baden und schreibt regelmäßig News und Artikel aus dem Bereich Arbeitsrecht.

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