Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Wegfall der Isolationspflicht wird erneut diskutiert

Politiker und Arbeitsverbände diskutieren derzeit wieder darüber, ob sich mit Corona infizierte Mitarbeitende noch verpflichtend in eine Isolation begeben müssen, wenn sie keine Symptome haben. Befürworter der Aufhebung der Isolationspflicht denken, dass dadurch der derzeitige Personalmangel gemindert und wieder zur Normalität in der Arbeitswelt zurückgekehrt werden kann. Kritiker sind genau vom Gegenteil überzeugt: Wird die Pflicht zur Quarantäne aufgehoben, würden sich in Form einer Durchseuchung mehr Menschen infizieren, die ihre Arbeit niederlegen müssten.

Ausgelöst wurde die Debatte vom Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen. Dieser hatte dafür plädiert, die Isolations- und Quarantänepflichten bis auf Weiteres aufzuheben, um den Personalmangel vielerorts zu reduzieren. Gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte er: „Wir müssen zurück zur Normalität. Wer krank ist, bleibt zu Hause. Wer sich gesund fühlt, geht zur Arbeit. So halten wir es mit anderen Infektionskrankheiten wie der Grippe auch.“

Gassens Aussage stieß sowohl auf Unterstützung, als auch auf Kritik in der Politik. Der stellvertretende FDP-Parteichef Wolfgang Kubicki gehört zu ersteren und spricht sich für eine freiwillige Isolation aus. „Aus meiner Sicht ist es sowohl epidemiologisch als auch aus Gründen der Eigenverantwortung überfällig, den Menschen diese Entscheidung wieder zu überlassen“, wird er in der Zeitung DIE ZEIT zitiert.

Karl Lauterbach hält dagegen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sieht das anders. Die Isolationspflicht aufzuheben, gefährde die Sicherheit der Bevölkerung. Auf Twitter schrieb er:

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der von der Redaktion empfohlen wird. Sie können den Inhalt mit einem Klick aktivieren.

Inhalt entsperren

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte von Twitter angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu erfahren Sie bei Twitter und unserer Datenschutzerklärung.

Nachdem der Bundesminister im April selbst kurzzeitig für eine Aufhebung der Isolationspflicht plädierte hatte, scheint er nun bei seiner seitdem gefestigten Meinung zu bleiben. Gerade auch im Hinblick auf die wieder gestiegenen Infektionszahlen solle es bei einer Isolationspflicht von fünf Tagen mit einer dringenden Empfehlung zum Freitesten bleiben. Für Mitarbeitende aus dem Gesundheits- und Pflegewesen solle zudem weiterhin gelten: Sie dürfen ihre Arbeit erst wieder aufnehmen, wenn sie 48 Stunden lang symptomfrei gewesen sind und nach mindestens fünf Tagen in Quarantäne einen negativen Schnell- oder PCR-Test vorzeigen können.

Hausärzte und Lehrer befürworten Isolationspflicht

Diese Regel möchte auch der Vorsitzende des deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, weiterhin geltend sehen. „Meiner Ansicht nach sollten wir bei den aktuellen, vernünftigen Regeln bleiben, die ja bereits die Isolationsdauer auf fünf Tage verkürzt haben. Wer einen positiven Test hat, sollte einige Tage zu Hause bleiben, auch wenn er sich ganz gut fühlt“, wird Weigeldt im NDR zitiert.

Auch der Lehrerverband spricht sich für ein Bestehen der geltenden Regelung aus. „Die Selbstisolation jetzt aufzugeben, käme bei den aktuellen Infektionszahlen einer Durchseuchung gleich“, zitiert die Zeitung DIE ZEIT den Vizevorsitzenden der Gewerkschaft Erziehung & Wissenschaft (GEW) Andreas Keller. Diese mögliche Durchseuchung könne schlimmstenfalls Schulschließungen mit sich ziehen.

Ist Redakteurin der Personalwirtschaft. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte sind die Themen Diversity, Gleichberechtigung und Work-Life-Balance.

Themen