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Die wichtigsten Handlungsfelder für New Work

Frau im Homeoffice mit digitalen Symbolen
New Work bedeutet vor allem flexibles und mobiles Arbeiten im Homeoffice, doch es gehört mehr dazu, was Unternehmen beachten sollten.
Foto: © Rymden-stock.adobe.com

Auf der Web-Konferenz “Brave New Work” am 8. Oktober hat Kienbaum gemeinsam mit rund 700 Experten verschiedener Branchen über die aktuellen Herausforderungen für Unternehmen und Führungskräfte diskutiert. Die Teilnehmer waren sich darüber einig, dass bei New Work alles anders sei. Schon jetzt sei klar, dass es kein Zurück in die alte Arbeitswelt geben werde.

New Work ist mehr als Homeoffice

Die Erkenntnis, dass Mitarbeiter auch ohne direkte Kontrolle durch den Arbeitgeber produktiv sind, sei nur ein erster Schritt, so Kienbaum. Es brauche mehr als nur Homeoffice, um eine vom Primat der Präsenzkultur geprägte Arbeitswelt in etwas wirklich Neues zu verwandeln. Und nicht alles, was unter Krisenbedingungen funktioniert hat, werde sich auch auf Dauer bewähren. Unter anderem die Wissensarbeit stelle Unternehmen vor große Herausforderungen. Eine zentrale Botschaft lautet, dass Arbeit jetzt mutig neu verhandelt und gestaltet werden müsse.

Vier Handlungsfelder für den Wandel

Die Erkenntnisse der Konferenz hat Kienbaum inn einem Arbeitspapier mit dem Titel “Brave New Work – Ein Manifest für die Arbeitswelt von morgen” zusammengefasst. Es zeigt vier zentrale Handlungsfelder auf, die entscheidend dafür seien, dass der Wandel gelingt:

New Ways of Working

Die Krise hat die Digitalisierung und Vernetzung der Arbeit entscheidend vorangetrieben. Plötzlich seien das Wie und das Wir wichtiger als das Wo. Bisweilen mache sich jedoch bereits Ernüchterung breit, etwa, weil Kreativprozesse auf Distanz kaum möglich seien. Auch die Integration neuer Mitarbeiter gestalte sich mühsam. Als weitere Herausforderung komme hinzu, dass Zugehörigkeit und Teamspirit sich “remote” nicht aufrechterhalten lassen. Für all diese Aspekte gebe es aber (noch) kein Patentrezept.

Transformation und Führung

Nach den Erfahrungen der letzten Monate gehen die meisten Führungskräfte davon aus, dass sie auch in Zukunft schneller Entscheidungen treffen werden. Mit steigendem Tempo erhöhe sich jedoch auch die Gefahr, dass Mitarbeiter nicht mehr mithalten können oder wollen. Es müssten aber alle mitziehen, damit eine selbstlernende Organisation, die anpassungsfähig, schnell und wirkungsvoll auf neue Herausforderungen reagiert, funktionieren kann. Das heiße, dass Führung jetzt mehr denn je Stabilität und Zuversicht vermitteln und Ziele setzen muss. Gleichzeitig gelte es, den Gestaltungsspielraum der Mitarbeiter zu erweitern, was eine Gratwanderung darstelle, so das Manifest.

Purpose

Spätestens seit der Finanzkrise von 2008/2009 sei wirtschaftlicher Erfolg nicht mehr das einzige Maß, an dem Unternehmen gemessen werden, heißt es im Arbeitspapier. Organisationen müssten Haltung zeigen und darlegen, wie sie zu gesellschaftlichen Herausforderungen stehen und nach welchem moralischen Kompass sie Entscheidungen treffen. Sowohl für Unternehmen als auch für Führungskräfte gelte, dass Authentizität, Transparenz und Glaubwürdigkeit zur wichtigsten Währung würden.

Diversity

Beim vierten identifizierten Handlungsfeld geht es um Vielfalt. Arbeitgeber sollten mutig in Diversity investieren, lautet die Empfehlung. Dabei gehe es nicht nur um Unterschiede in Geschlecht, Hautfarbe oder sexueller Orientierung, sondern echte Vielfalt müsse auch Bildungswege, sozialen Background, Alter und Persönlichkeitsstruktur einbeziehen. Entscheidend sei der unterschiedliche Erfahrungshorizont, der andere Sichtweisen auf die Welt und neue Herangehensweisen an Probleme ermögliche.

Interessierte können das Manifest > hier anfordern.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.