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Unternehmen fürchten den Verlust von Fachkräften

Menschenkreis
Unternehmen müssen während der Krise bei der Bindung und Suche von Mitarbeitern schnell handeln. Foto: © maru54/AdobeStock

Das zeigt
die aktuelle Arbeitsmarktstudie des Personaldienstleisters Robert Half. Demnach sind 80 Prozent der deutschen Führungskräfte besorgt, qualifizierte
Mitarbeiter nicht langfristig binden zu können.

Allerdings betont Sven Hennige, Senior
Managing Director Central Europe & France bei Robert Half, dass die Gehälter, trotz Corona und spürbarer Verunsicherung auf dem internationalen
Arbeitsmarkt, weitestgehend stabil bleiben.

Denn 44 Prozent der befragten Arbeitgeber haben, laut der neuen Gehaltsübersicht 2021
des Personaldienstleisters, in
diesem Jahr keine Veränderung am Gehalt vorgenommen. Im Gegenteil geben knapp ein Drittel
der Befragten (29 Prozent) an, dass sie die Gehälter seit Beginn der
Pandemie sogar erhöht haben. 

Und auch Boni werden, trotz Wirtschaftskrise, in diesem Jahr ausgezahlt.
Bei etwa jedem Dritten gibt es laut Studie keine Veränderung bei den
Zusatzzahlungen, 11 Prozent wollen sogar einen höheren Betrag gewähren. 46 Prozent der
Befragten kündigen allerdings an, dass die Bonuszahlungen 2020 niedriger
ausfallen als im Vorjahr.

Gerade diese Einsparmaßnahmen verunsichern Arbeitgeber und Arbeitnehmer
gleichermaßen. 42 Prozent der befragten Unternehmen fürchten, dass Mitarbeiter
in Schlüsselpositionen von anderen Firmen abgeworben werden könnten.

Und viele Unternehmen reagieren bereits auf diese Entwicklung. Fast zwei
Drittel der befragten Führungskräfte (60 Prozent) haben seit Beginn der
Pandemie neue Zusatzleistungen für Arbeitnehmer eingeführt, wie
zusätzlichen Urlaub (40 Prozent), Zuschüsse für die Büroausstattung (40 Prozent),
oder Unterstützung im Bereich der psychischen Gesundheit (39 Prozent) und der
externen Kinderbetreuung (30 Prozent). 

Auch Telearbeit und Home-Office wirken sich auch auf das Gehaltsniveau
aus. Da immer mehr Arbeitnehmer von zu Hause aus arbeiten, beeinflusst
ihr Standort zunehmend die Gehaltshöhe in Deutschland.

Laut der
Arbeitsmarkstudie orientiert sich das Einstiegsgehalt in erster Linie am
Standort des neuen Mitarbeiters (39 Prozent) und zu 30 Prozent an dem des
Unternehmens. Bei ebenfalls etwa 30 Prozent der Befragten ist es eine Mischung
aus beiden Standorten. 

Vergleicht man die deutschen Ergebnisse mit den internationalen
Zahlen, lassen sich insgesamt viele Gemeinsamkeiten erkennen. Mit 86 Prozent
aller Befragten ist die Sorge, wertvolle Mitarbeiter zu verlieren,
international noch größer als in Deutschland.

Und auch international zeigt
sich: Für rund ein Drittel aller Führungskräfte ist eine zu niedrige
Vergütung oder die fehlende Aussicht auf eine Gehaltserhöhung der Grund
dafür.