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Resilienz für Krisensituationen schaffen

Fallende Dominosteine bedrohen Figur am Abgrund
Widerstandsfähing genug? Um Krisen und Herausforderungen standhalten zu können, ist Resilienz notwendig.
Foto: © Yuriy Kirsanov-stock.adobe.com

Etwas mehr als jeder zweite Entscheider in Deutschland (53 Prozent) hält es für wahrscheinlich, dass in naher Zukunft gelegentlich Ereignisse von der Größenordnung einer weltweiten Pandemie auftreten. Fast die Hälfte (48 Prozent) ist der Ansicht, dass die Herausforderungen infolge des Klimawandels größer sein werden als die aktuelle Krise. Derzeit ist nur etwas mehr als jeder fünfte Befragte hierzulande (22 Prozent) vollkommen davon überzeugt, dass sein Unternehmen auf künftige Herausforderungen schnell und angemessen reagieren kann. Anfang letzten Jahres war dieser Anteil noch geringer und betrug erst 18 Prozent. Das geht aus der Studie “Building The Resilient Organization. 2021 Deloitte Global Resilience Report” hervor, für die Deloitte zwischen Juli und September des letzten Jahres 2260 Entscheider in 21 Ländern befragt hat, davon 126 aus Deutschland.

Merkmale und Maßnahmen zum Aufbau von Resilienz

Die Studie identifiziert fünf Merkmale, die dafür sorgen sollen, dass Unternehmen Resilienz aufbauen und für künftige Herausforderungen und Krisen gewappnet sind, und zeigt den Status quo bei den befragten Unternehmen auf.

Stand der Vorbereitung

Rund sechs von zehn der deutschen Unternehmen (62 Prozent) hatten bereits vor dem ersten Krisenjahr 2020 Remote Work unterstützt. Flexible Arbeitsoptionen sowie flexible Versetzungsprozesse kamen jeweils bei der Hälfte (50 Prozent) zum Einsatz und 40 Prozent verfügten über Trainingsprogramme zur Weiterbildung und Umschulung.

Anpassungsfähigkeit und Flexibilität von Mitarbeitern und Arbeitsmodellen

61 Prozent der deutschen Arbeitgeber halten vielseitige und anpassungsfähige Mitarbeiter für sehr wichtig, um in Krisen angemessen reagieren zu können. Als weitere relevante Eigenschaften stufen je 37 Prozent der Entscheider Mut zur Hinterfragung des Status quo sowie kritisches Denken ein. Technologische Kenntnisse und Fähigkeiten, Fachwissen, Kreativität sowie zur Unternehmensphilosophie passende Werte gehören ebenfalls zu den Anforderungen an die Belegschaft. Allerdings haben nicht alle Unternehmen bereits die Bedingungen für entsprechende Arbeitsweisen geschaffen. So gibt nur die Hälfte (51 Prozent) an, bereits Programme zur Flexibilisierung der Arbeitsmodelle aufgesetzt oder realisiert zu haben. Beim Thema Weiterbildung und Reskilling sieht es ähnlich aus: 52 Prozent der Firmen haben ihre Mitarbeiter bisher für die digitale Arbeitswelt geschult.

Zusammenarbeit im Team und im Unternehmen

Laut den Erkenntnissen der befragten Entscheider beschleunigt verstärkte Kollaboration die Entscheidungsfindung, verringert Risiken und führt zu mehr Innovation. Gut jedes zweite Unternehmen (54 Prozent) hat solche Prozesse bereits gestartet oder umgesetzt und ein Drittel (33 Prozent) plant dies für die nächsten fünf Jahre. 29 Prozent haben schon vor dem letzten Jahr in Technologie-Tools für Remote Work investiert, die die Zusammenarbeit erleichtern.

Vertrauen

Offene Kommunikation und ein empathischer Führungsstil helfen dabei, Vertrauen aufzubauen, so die Studie. 71 Prozent der Unternehmen sagen, dass es ihnen gut oder sehr gut gelungen ist, die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter zu schützen. 45 Prozent haben ihre Beschäftigten bei psychischen Belastungen unterstützt. Was die digitale Dimension der Vertrauensbildung betrifft, etwa hinsichtlich der Cyber Security, bewerten lediglich 38 Prozent der Firmen ihre umgesetzten Maßnahmen als erfolgreich oder sehr erfolgreich.

Verantwortung

Unternehmen, die sich sozial verantwortlich zeigen, können sich laut Deloitte besser an Krisen anpassen. 44 Prozent der befragten Firmen denken, dass sie ihre sozialen Pflichten gut oder sehr gut erfüllt haben. Laut Studie schneiden sie aber bei einigen Aspekten, etwa Inklusion und Diversität, schlechter ab als der Durchschnitt der befragten Unternehmen und haben auch bei einigen der vier oben genannten Merkmale Nachholbedarf.

Interessenten können die kompletten Studienergebnisse > hier herunterladen.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.