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Cloud-Computing wächst weiter

Eine animierte Datenwolke
Rechenleistung aus der Cloud nutzen mehr und mehr Unternehmen. Foto: ©blackboard/AdobeStock

Die Tendenz bei der Cloud-Nutzung in deutschen Unternehmen ist klar: Arbeiteten 2015 noch 54 Prozent der Unternehmen über die Datennetze, waren es 2019 schon 76 Prozent – eine Steigerung von 22 Prozentpunkten. Das zeigt der aktuelle “Cloud Monitor”, für den das Marktforschungsinstitut Bitkom Research im Auftrag der Unternehmensberatung KPMG repräsentativ 555 deutsche Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern befragt hat. Von den befragten Firmen, die bislang nicht über Datennetze arbeiten, planen oder diskutieren 19 Prozent den Einsatz. Nur 6 Prozent wollen auch in Zukunft die Cloud nicht nutzen.

Software, Speicherplatz oder Rechenleistung über Datennetze zu nutzen, leistet einen großen Beitrag bei der Digitalisierung ihres Unternehmens – das sagen 77 Prozent der befragten Firmen. Vor allem verbessert die Cloud die Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen und der IT-Abteilung (70 Prozent) und hilft, interne Prozesse zu digitalisieren (69 Prozent).

Unternehmen wählen Provider nach Datenschutz-Kriterien

Bei der Wahl ihres Cloud-Anbieters ist den Unternehmen vor allem wichtig, dass er mit der EU-Datenschutz-Grundverordnung konform ist. Für 96 Prozent der Befragten ist das ein Must-Have. Auch eine transparente Sicherheitsarchitektur und Sicherheitskontrollen (88 Prozent), Integrationsfähigkeit der Lösungen (86 Prozent) oder eine vertraglich regelbare Ausstiegsstrategie (83 Prozent) spielen eine wichtige Rolle. Dass der Provider seine Rechenzentren ausschließlich in Deutschland betreibt, sehen 67 Prozent als notwendiges Kriterium, für weitere 22 Prozent wäre es “schön zu haben”.

Private Cloud beliebter als Public Cloud

Deutlich mehr Unternehmen greifen auf Private-Cloud-Computing zurück, also auf ein unternehmens- bzw. organisationsinternes Intranet. Ein solches Datennetz nutzen 58 Prozent aller befragten Unternehmen, Cloud-Computing über das öffentliche Internet (Public-Cloud-Computing) betrieben 38 Prozent. Ein knappes Drittel aller befragten Unternehmen griffen auf hybride Multi-Cloud-Lösungen zurück.

Vorbehalte gegen die Public-Cloud-Lösungen bestehen vor allem in Sicherheitsfragen. Von den Unternehmen, die keine Public Cloud nutzen, fürchten 70 Prozent einen unbefugten Zugriff auf sensible Unternehmensdaten. Dabei kam es bei der Public-Cloud-Nutzung zu weniger sicherheitsrelevanten Vorfällen als in den unternehmensinternen IT-Systemen. Während in der Unternehmens-IT 28 Prozent der Unternehmen im vergangenen Jahr einen solchen Vorfall verzeichneten und 40 Prozent weitere Verdachtsfälle haben, meldeten nur 22 Prozent der Cloud-Nutzer einen Sicherheitsvorfall in der “Wolke” und weitere 36 Prozent Verdachtsfälle. Auch die rechtliche Lage hemmt die Nutzung von Cloud-Lösungen über das öffentliche Netz. 61 Prozent der Nicht-Nutzer geben an, es regulatorische und rechtliche Bestimmungen sprächen gegen einen Einsatz, 60 Prozent beklagen Unklarheit bei der Rechtslage. Schlechte Vereinbarkeit mit Inhouse-Lösungen geben 59 Prozent der Nicht-Nutzer als Grund an.

Mobiler Zugriff und schnellere Skalierung größte Vorteile

Bei der Cloud-Integration von Public-Cloud-Lösungen ins eigene Unternehmen haben 38 Prozent keine Schwierigkeiten. Wenn es Probleme gab, dann bei der Umsetzung von Compliance-Anforderungen (41 Prozent der Public-Cloud-Nutzer), bei der Umsetzung von Security-Anforderungen (38 Prozent) und bei der Suche nach geeigneten IT-Fachkräften für die Implementierung (30 Prozent).

Zufrieden sind Nutzer von Public-Cloud-Lösungen mit den Möglichkeiten zum mobilen und geografisch verteilten Zugriff auf IT-Ressourcen. Die hat bei 78 Prozent der Unternehmen zugenommen. 77 Prozent geben an, dass IT-Leistungen durch die Cloud schneller skalierbar sind. Die Performance der IT-Leistungen hat in 61 Prozent der Unternehmen zugenommen. Etwas unklarer ist das Bild beim IT-Administrationsaufwand: Während 42 Prozent der Unternehmen angeben, er sei begrüßenswerterweise gesunken, geben 30 Prozent an, der IT-Aufwand habe zugenommen. Dass es in der Cloud länger dauere, Anwendungen und Lösungen zu implementieren, beklagen 24 Prozent. Schneller bei der Implementierung sind 30 Prozent der Unternehmen.