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Corona-Schutz am Arbeitsplatz: 2G- und 3G-Regelungen in Europa

Welche Coronaschutz-Regelungen gelten in den europäischen Nachbarländern? (Foto: Corona Borealis_Adobe Stock)
Welche Coronaschutz-Regelungen gelten in den europäischen Nachbarländern? (Foto: Corona Borealis_Adobe Stock)

Politiker, Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Deutschland diskutieren derzeit darüber, ob nur noch Geimpfte, Genesene oder negativ Getestete in den Betrieb zum Arbeiten kommen dürfen. Bisher steht es den Unternehmen noch frei, ob sie eine 3G-Beschränkung für die Arbeitswelt innerhalb ihrer Organisation einführen wollen. Einige haben dies bereits getan. Doch wie sieht die Situation in den europäischen Nachbarländern aus? Ein Überblick.

Schweiz: Kann, muss aber nicht

In der Schweiz hat der Gesetzgeber keine 3G-Regelung für Arbeitsorte eingeführt. Wie in Deutschland können Unternehmen dort selbst entscheiden, ob sie die 3G-Beschränkung anwenden und einen Nachweis von den Mitarbeitenden verlangen: “Arbeitgeber dürfen das Zertifikat unter Umständen und nach Konsultation der Arbeitnehmenden in ihr Schutzkonzept integrieren”, verkündete der Bundesrat der Schweiz.

Italien: 3G selbst im Homeoffice verpflichtend

Die italienischen Gesetzgeber haben sich wohl für die strengsten Corona-Schutz-Regeln innerhalb Europas entschieden. Seit Mitte Oktober müssen nicht nur alle Beschäftigte, die im Betrieb arbeiten, nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder negativ getestet sind. Auch für alle Mitarbeitenden im Homeoffice gilt diese Nachweispflicht, die vom Arbeitgeber überprüft werden muss. Alle Beschäftigte in Italien müssen den “Grünen Pass”, wie der Nachweis dort heißt, mit sich tragen. Überprüft der Arbeitgeber den Status seiner Mitarbeitenden nicht, drohen ihm hohe Geldstrafen. Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, sind von der Regelung ausgeschlossen.

Österreich: 3G bei längerem Arbeitskontakt mit anderen Menschen

Überall dort in Österreich, wo die Arbeitnehmenden mehr als zweimal pro Tag für mindestens 15 Minuten mit anderen Menschen Kontakt haben, muss ein 3G-Status nachgewiesen werden. Als negativ getestet gilt man ab Mitte November nicht mehr mit einem Schnelltest. Ab diesem Zeitpunkt müssen Beschäftigte, die nicht geimpft oder genesen sind, einen PCR-Test machen, um nachzuweisen, dass sie das Corona-Virus nicht in sich tragen. Dafür müssen die Arbeitnehmenden keine Masken mehr am Arbeitsplatz tragen. Hält sich der oder die Beschäftigte nicht an die Regelung, droht ein Bußgeld von bis zu 500 Euro. Überprüft der Arbeitgeber den Status seiner Mitarbeitenden nicht und wird dabei erwischt, muss er bis zu 3600 Euro zahlen. Ausgenommen von der Regelung sind Förster, Lastwagenfahrer und alle, die im Homeoffice arbeiten.

Frankreich: 3G in bestimmten Branchen

Der französische Gesetzgeber hat sich dazu entschieden, eine 3G-Regelung für Mitarbeitende in bestimmten Branchen einzuführen, in denen es besonders viel Kontakt zu Kunden gibt. So müssen Menschen, die in Fernzügen oder überregionalen Bussen arbeiten, vorweisen, dass sie geimpft, genesen oder negativ getestet sind. Auch wer in der Gastronomie und in Kulturstätten (beispielsweise im Theater, Kino, Museum, Freizeitpark, Zoo oder der Messe) arbeitet, muss sich darauf gefasst machen, dass sein 3G-Status überprüft wird. Stellt sich bei der Überprüfung heraus, dass der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin weder geimpft noch genesen oder negativ getestet ist, wird er oder sie ohne Lohnfortzahlung nach Hause geschickt. In Frankreich gilt die landesweite Corona-App als “Gesundheitspass”, der den 3G-Status festhält.

Slowenien: Dreiernachweis für bestimmte Dienstleistungsberufe verpflichtend

In Slowenien sieht es ähnlich wie in Frankreich aus. Beschäftigte in ausgewählten Berufen müssen einen 3G-Status nachweisen. Das gilt für Angestellte im Gesundheitswesen sowie im Bildungs-, Sozial- und Kulturbereich. Auch wer als persönlicher Assistent, Beamte, Taxifahrer, im öffentlichen Nahverkehr oder in Haftanstalten, Betreuungseinrichtungen und Migrationszentren arbeitet, muss belegen, dass er oder sie geimpft, genesen oder negativ getestet ist.

Ist Redakteurin der Personalwirtschaft. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte sind die Themen Diversity, Gleichberechtigung und Work-Life-Balance.