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Einblicke in die Entwicklerszene

Junger Entwickler arbeitet an Laptop, mehrere Monitore auf dem Schreibtisch
Männlich, jung, studiert – so sieht der Prototyp des Entwicklers aus.
Foto: © joyfotoliakid/StockAdobe

Ein aktueller Report der Entwickler-Community Stack Overflow gibt Aufschluss darüber, wie sich die Entwicklerszene in Deutschland zusammensetzt und welche Vorlieben sie hat. Der typische Developer ist jung, männlich, Akademiker und hat bis zu neun Jahre Programmiererfahrung.

Immer noch ist die Mehrheit der Entwickler (93,6 Prozent) hierzulande männlich. Lediglich 5,4 Prozent sind Frauen, 1,4 Prozent sind divers/inter. Der Prototyp des Entwicklers ist jünger als 35 Jahre. Gut ein Drittel (35,5 Prozent) hat ein Master-Studium an einer Hochschule absolviert. Gut 66 Prozent haben Informatik, Computertechnik oder Softwaretechnik studiert. Zwei Drittel der Entwickler (66,8 Prozent) verfügen über bis zu neun Jahre Programmiererfahrung. Rund die Hälfte (51,4 Prozent) ist Backend-Entwickler (51,4 Prozent), fast jeder Vierte (25 Prozent) arbeitet an Desktop- und Unternehmens-software. Für den Deutschland-Report 2019 befragte Stack Overflow 5275 Teilnehmer.

40 bis 44 Stunden pro Woche sind für die meisten Entwickler üblich

Zwei Drittel der Befragten aus Deutschland (66,7 Prozent) sind selbstständig oder arbeiten in mittelständischen Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeitern. Sechs von zehn Entwicklern (61,5 Prozent) haben eine 40- bis 44-Stunden-Woche. Das höchste Gehalt mit einem Median von 86 000 Euro im Jahr erzielen Entwicklungsleiter und SREs. Es folgen DevOps-Spezialisten (69 500 Euro) und Data Scientists/Analysts (69 000 Euro). Spiele- und Grafikentwickler (55 000 Euro) sowie Designer (52 000 Euro) verdienen am wenigsten.

Produktionskiller für Developer: störende Arbeitsumgebung und häufige Meetings

Nur sieben Prozent der Developer (halb so viele wie im internationalen Vergleich) arbeiten Vollzeit im Home Office. Circa ein Drittel würde die Arbeit von zuhause aus bevorzugen, während 64 Prozent lieber in der Firma tätig sind. Diejenigen, die im Home Office arbeiten, haben im Schnitt etwa 40 Prozent mehr Programmiererfahrung als ihre Kollegen. Mehr als jeder zweite Entwickler (56,1 Prozent) bevorzugt flexible Arbeitszeiten. Die größten Produktionskiller für Developer sind eine störende Arbeitsumgebung (41,6 Prozent) und häufige Meetings (38,5 Prozent). Über die Hälfte der Entwickler hat in den letzten zwei Jahren einen neuen Job angenommen. Derzeit suchen weniger als zehn Prozent aktiv nach einer neuen Stelle, dennoch sind rund zwei Drittel daran interessiert, von neuen Herausforderungen zu erfahren.

Verbreitetste und beliebteste Programmiersprachen

Die in Deutschland verbreitetsten Programmiersprachen sind dieses Jahr JavaScript (62,6 Prozent), HTML/CSS (58,9 Prozent), SQL (51,7 Prozent), Java (43,9 Prozent) und Bash/Shell/PowerShell (42,6 Prozent). Bei den Entwicklern am beliebtesten sind Rust (82 Prozent), TypeScript (75 Prozent) und Clojure (74,7 Prozent). Python ist das dritte Jahr in Folge die Programmiersprache, die die meisten Befragten noch zusätzlich verwenden oder lernen wollen. Über 90 Prozent der Studienteilnehmer geben an, sich eine neue Programmiersprache, ein neues Framework oder Werkzeug auch außerhalb ihrer formalen Ausbildung angeeignet zu haben. Knapp ein Viertel (23,5 Prozent) hat bereits an einem Hackathon teilgenommen. Die meisten Developer (83,3 Prozent) programmieren auch in ihrer Freizeit.

Weitere Studienergebnisse gibt es > hier. Der vollständige Report kann zum > Download angefordert werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.