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Es krankt noch an den Kennzahlen

Im betrieblichen Gesundheitsmanagement fehlt es noch an Systematik, um zu aussagekräftigen Kennzahlen zu kommen.
Foto: © Gina Sanders/Fotolia.de
Im betrieblichen Gesundheitsmanagement fehlt es noch an Systematik, um zu aussagekräftigen Kennzahlen zu kommen.
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Die Mehrzahl (84 Prozent) der Unternehmen in Deutschland gibt an, Kennzahlen im betrieblichen Gesundheitsmanagement zu erfassen. Dabei gibt es jedoch einen Zusammenhang mit der Unternehmensgröße: Arbeitgeber mit mehr als 1000 Mitarbeitern erfassen tendenziell häufiger BGM-Kennzahlen. Auch die Branche spielt eine Rolle: Betriebe aus dem Produktionsbereich erheben häufiger Kennzahlen als Firmen aus dem Dienstleistungssektor. Das geht aus der “Kennzahlenstudie betriebliches Gesundheitsmanagement” von > EuPD Research hervor, für die im Frühjahr dieses Jahres 100 BGM-Verantwortliche befragt wurden.

Weiche Kennzahlen werden zu wenig berücksichtigt

Die Studie zeigt, dass lediglich knapp 37 Prozent der Unternehmen mit ihrem BGM-Kennzahlensystem zufrieden sind. Auch besteht noch Handlungsbedarf, vor allem bei der ganzheitlichen und systematischen Erfassung von Kennzahlen. So werden die als relevant bewerteten so genannten weichen Kennzahlen wie die Mitarbeiterzufriedenheit oder die Ergebnisse der psychischen Gefährdungsbeurteilung, noch nicht ausreichend berücksichtigt. Zudem erheben nur zehn Prozent der befragten Unternehmen einen unternehmensweiten Gesundheitsindex und verzichten somit auf eine aussagekräftige Kennzahl, die sowohl die weichen als auch die harten Kennzahlen miteinbezieht und diese in einen Gesamtzusammenhang setzt. Daher ist, so die Studie, auch der hohe Anteil von Unternehmen, die BGM-Kennzahlen verwenden, kritisch zu betrachten, da Fehlzeiten oder Krankheitstage nicht ausreichen, um das BGM in Unternehmen zu bewerten.