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Effekte des Lockdowns – neben Schatten auch Licht

Nachdenklicher Mann im Homeoffice
Im Homeoffice während des Lockdowns fühlen sich viele Mitarbeiter gestresst und machen sich Sorgen um ihren Job. Foto: © marjan4782-stock.adobe.com

Immer mehr Menschen fällt es im Zuge der Corona-Krise schwer, bei der Arbeit von zuhause aus abzuschalten. Weltweit geben rund acht von zehn Befragten (79 Prozent) an, in einem “Always on”-Modus zu arbeiten. In den meisten Regionen ist der Anteil der Menschen gestiegen, die dies bei sich feststellen. Außerdem haben Unsicherheit und Skepsis hinsichtlich der Arbeitsplatzstabilität zugenommen. Weiterhin sagen 82 Prozent der Berufstätigen, dass sie derzeit gestresst sind – dieser Anteil ist allerdings seit Beginn des Jahres um fünf Prozent gesunken. Die wahrgenommenen Stressursachen variieren stark in Art und Prävalenz und reichen von persönlichen, finanziellen und arbeitsbezogenen Entwicklungen bis hin zu gesundheitlichen und beziehungsbedingten Gründen. Das zeigt die Covid-19 Global Impact Study von > Cigna. Dafür befragte der Gesundheitsdienstleister zwischen Januar und April 10 204 Menschen in Großbritannien, Spanien, den USA, China, Hongkong, Singapur, Thailand und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Report ist Teil der Studie “360 Well-Being Survey”.

Flexibler durch Homeoffice und bessere Kollegenbeziehungen durch Technologie

Eine positive Erkenntnis der Studie: Weltweit berichten drei Viertel der Teilnehmer (76 Prozent), ihr Arbeitstag sei flexibler geworden. Am häufigsten gaben dies die Thailänder (90 Prozent) und Spanier (80 Prozent) an. Außerdem stimmten knapp zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) der Aussage zu, dass die Arbeit im Homeoffice und der Einsatz von Kommunikationstechnologien die Beziehungen zu ihren Kollegen erleichtert haben.

Es gibt einige deutliche Anzeichen dafür, dass das Arbeiten von zu Hause insgesamt zur Verbesserung des Arbeitslebens beigetragen hat. Das deutet darauf hin, dass sich die Arbeitsroutinen nach dem Ende des Lockdowns dauerhaft ändern könnten,

sagt Arjan Toor, CEO von Cigna Europe.

Einsamkeit hat seit Beginn der Corona-Krise etwas abgenommen

Die Studie verzeichnet insgesamt einen Rückgang der Meldungen über Einsamkeit während der Krise. 73 Prozent der Befragten sagten zuletzt, dass sie sich anderen Menschen näher fühlten, während es im Januar noch 69 Prozent waren. Vor allem in Ländern mit umfassendem Lockdown hat sich die Situation verbessert: in Spanien stieg der Anteil der Studienteilnehmer, die sich anderen Menschen näher fühlen, von 81 auf 91 Prozent, in Großbritannien von 70 auf 79 Prozent und in den Vereinigten Arabischen Emiraten von 71 auf 80 Prozent.

Bedürfnis nach virtuellen Gesundheitsangeboten gestiegen

Ein weiteres Studienergebnis: Seit Beginn der Quarantäne ist die Nachfrage nach virtuellen Gesundheitsangeboten weltweit rapide gestiegen. In Großbritannien gab mehr als jeder zweite Befragte an, dass er sich eher für einen virtuellen als für einen persönlichen Gesundheitstermin entscheiden würde. In China, Hongkong und Thailand sagten dies sogar 60 Prozent. Nach Ansicht von Toor handelt es sich hier um mehr als eine aktuelle Tendenz aufgrund der Corona-Epidemie, sondern um eine permanente Entwicklung.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.