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Homeoffice: Großteil der Unternehmen will zum Stand vor Corona zurück

Wie planen die Arbeitgeber für die Zeit nach der Pandemie in
Sachen Homeoffice? Einer Umfrage des Instituts für Arbeitsmarkt- und
Berufsforschung zufolge wollen rund zwei Drittel der Betriebe ihr
Homeoffice-Angebot auf den Stand vor der Corona-Krise zurückfahren. Die Gründe dafür
sind vielfältig.

Mutter mit Laptop in der Küche
Beim Thema Homeoffice haben die Unternehmen ganz unterschiedliche Pläne für die Zukunft. Foto: © Marina Andrejchenko-stock.adobe.com

Rund zwei Drittel der Betriebe, bei denen das Arbeiten von zu Hause grundsätzlich möglich ist, wollen den Einsatz von Homeoffice nach der Pandemie auf den Stand vor der Corona-Krise zurückfahren. Nur jeder fünfte Betrieb plant, sein Homeoffice-Angebot gegenüber dem Vorkrisen-Niveau auszubauen. Das ergab eine im Juli 2021 durchgeführte Umfrage des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Auffällig: Etwa jedes zehnte Unternehmen will nach der Pandemie sogar weniger Homeoffice anbieten als vor der Corona-Krise.

“Der Anteil der Betriebe, die die Homeoffice-Option ausbauen wollen, ist bei den Großbetrieben mit über 250 Mitarbeitenden sehr viel höher als bei kleinen und mittleren Betrieben”, so IAB-Forscher Christian Kagerl. Während in Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten rund 65 Prozent einen Ausbau des Homeoffice-Angebots planen, sind es bei Betrieben mit weniger als 50 Angestellten nur knapp 20 Prozent.

Die Gründe für mehr oder weniger Homeoffice-Angebote

Zu den Gründen, mehr oder weniger Homeoffice als vor der Krise anbieten zu wollen, wurden die Betriebe bereits im Oktober 2020 befragt. Dabei zeigte sich, dass die Arbeitgeber, die zukünftig mehr Homeoffice anbieten wollen, dadurch vor allem die Flexibilität ihrer Beschäftigten und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern möchten. “Beides geht häufig mit der Erwartung einher, sich damit als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren”, so IAB-Forscherin Laura Pohlan.

Knapp zwei Drittel der Betriebe, die das Homeoffice-Angebot auf Vorkrisen-Niveau zurückfahren oder sogar weniger Homeoffice anbieten wollen, gaben an, dass sich die Tätigkeiten großer Teile ihrer Beschäftigten nicht wirklich für die Arbeit von zu Hause aus eignen. Gut die Hälfte der Unternehmen führte als Hinderungsgrund die erschwerten Bedingungen der Zusammenarbeit auf Distanz an, wobei bei diesen Betrieben auch häufiger Bedenken bestehen, die Beschäftigten ungleich zu behandeln. Knapp 40 Prozent der Betriebe gaben außerdem an, dass die Unternehmenskultur einer Ausweitung des Homeoffice entgegenstehe. Weitere Gründe gegen eine Homeoffice-Ausweitung sind befürchtete Produktivitätseinbußen, fehlende technische Ausstattung und Datenschutzaspekte.

ist freier Journalist aus Biberach/Baden und schreibt regelmäßig News und Artikel aus dem Bereich Arbeitsrecht.