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HR-Monitoring: Deutsche Unternehmen konzentrieren sich auf Kosten

HR-Monitoring
Über die Kosten der Belegschaft wissen Personalabteilungen bestens Bescheid. Doch davon abgesehen fehlen auch heute noch wichtige Daten. (Foto: snowing12 – stock.adobe.com)

Die große Mehrheit der deutschen Unternehmen weiß detailliert über Lohnkosten und HR-Ausgaben Bescheid. Über die Zufriedenheit der Mitarbeitenden ist dagegen weniger bekannt. Das sind Ergebnisse einer europaweiten Studie des HR- und Payroll-Dienstleisters SD Worx, an der 1.382 Unternehmen teilgenommen haben, darunter 201 aus Deutschland. Danach verfügen 84 Prozent der deutschen Unternehmen über ein umfangreiches Monitoring der HR-Kosten und -Ausgaben. In Frankreich und Österreich sind es nur 44 beziehungsweise 41 Prozent. Insgesamt haben 26 Prozent der europäischen Unternehmen gar keine oder nur wenige Informationen über ihre monatlichen oder jährlichen HR- und Lohnkosten.

Aufgeschlüsselt nach einzelnen Posten können 84 Prozent der deutschen Unternehmen die Gesamtlohnkosten der Arbeitnehmenden und die Gesamtpersonalkosten genauestens prüfen. Die Lohnkosten für Mitarbeitende, die nicht festangestellt sind, haben 68 Prozent im Blick. Die Ausgaben für Weiterbildungen kontrollieren noch 66 Prozent, die Kosten für HR-Management-Projekte 64 Prozent. “Die genaue Untersuchung von Daten wie Lohn- und HR-Kosten bildet die notwendige Grundlage, um sinnvoll mit HR-Analysen arbeiten zu können”, betont Cathy Geerts von SD Worx.

Wichtiger Aspekt wird vernachlässigt

In puncto Effizienz wird Deutschland seinem Ruf gerecht: 73 Prozent der hiesigen Unternehmen gaben an, gut über die Effizienz der HR-Verantwortlichen und der Mitarbeitenden informiert zu sein. In Österreich beispielsweise räumten hingegen 41 Prozent ein, hier keine oder nur wenige Einblicke zu haben.

Einer, vielleicht sogar der wichtigste Aspekt einer schlagkräftigen Unternehmensorganisation wird in Deutschland allerdings noch zu stark vernachlässigt. In Großbritannien und der Schweiz ist die Zahl der Unternehmen, die das Wohlbefinden ihrer Angestellten monitoren, mit 71 beziehungsweise 70 Prozent hoch. In Deutschland sind es mit 63 Prozent deutlich weniger. Viele würden ihren Blick zu stark auf die Kosten und die Leistung ausrichten, so Cathy Geerts. Aber diese beiden Aspekte seien auch untrennbar mit der Zufriedenheit der Mitarbeitenden verbunden: “Unternehmen, die Projekte zur Steigerung der Zufriedenheit und des Engagements durchführen, sollten allerdings messen, ob diese auch zu den gewünschten Erfolgen führen.”

(Der Artikel erschien zuerst auf Personalpraxis24.de.)

David Schahinian arbeitet als freier Journalist und schreibt regelmäßig arbeitsrechtliche Urteilsbesprechungen, Interviews und Fachbeiträge für die Personalwirtschaft.