Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Je näher die Feiertage, umso unkonzentrierter die Mitarbeiter

Büroangestellte mit Nikolausmütze und festlicher Kleidung arbeitet frustriert am PC
In der Vorweihnachtszeit fällt es Mitarbeitern zunehmend schwer, sich auf den Job zu konzentrieren.
Foto: © nicoletaionescu/StockAdobe

Vor den Feiertagen zum Jahresende driften Mitarbeiter innerlich allmählich in den Weihnachtsurlaub ab. Zum 1. Dezember, der dieses Jahr auf den ersten Advent fiel, befanden sich erst sieben Prozent der deutschen Büroangestellten gedanklich in den Ferien. Am 10. Dezember, zwei Wochen vor Weihnachten, war es fast ein Viertel (23 Prozent). Am 16. Dezember driftete bereits über ein Drittel (36 Prozent) in den Weihnachtsurlaub ab, am 19. Dezember ist jeder Zweite geistig abwesend und ab dem 20. Dezember sind es schon mehr als zwei Drittel (69 Prozent). Das sind Ergebnisse einer aktuellen Befragung der Engagement-Plattform > Peakon unter 12 000 Beschäftigten in Deutschland, Großbritannien und den USA, davon 4000 aus Deutschland. Die Ergebnisse der Umfrage sind repräsentativ gewichtet.

Bei US-Amerikanern und Briten lässt die Motivation eher nach

Damit stehen die deutschen Berufstätigen im Vergleich am besten da: In Großbritannien sind am 16. Dezember bereits 43 Prozent mit dem Kopf in der Ferienzeit und am 20. Dezember 76 Prozent. Am wenigsten halten Beschäftigte in den USA gedanklich durch: Dort sind am 1. Dezember neun Prozent innerlich bei den Feiertagen, am 16. Dezember 44 Prozent, am 17. ist es bereits die Hälfte (50 Prozent) – zwei Tage vor den Deutschen – und am 20. Dezember befinden sich schon 81 Prozent mental in den Ferien.

Jüngere Mitarbeiter driften gedanklich früher in den Weihnachtsurlaub ab

Die Befragungsergebnisse zeigen, dass jüngere Mitarbeiter hierzulande früher ihre Arbeitsmotivation verlieren: Von den Beschäftigten zwischen 18 und 24 Jahren ist schon jeder zweite (51 Prozent) am 19. Dezember nicht mehr wirklich gedanklich bei der Arbeit, während dies von den Kollegen ab 55 Jahren lediglich 40 Prozent angeben. Bei ihnen lässt die Motivation später nach: Erst am 20 Dezember driften knapp zwei Drittel (64 Prozent) in die Ferien ab.

Arbeitgeber sollten vor Weihnachten nicht erwarten, dass ihre Mitarbeiter die gleiche Leistung erbringen wie zum Beispiel noch zu Beginn des Quartals, meint Julian Tesche, der die Entwicklung von Peakon in Deutschland leitet. Es helfe jedoch schon, den Arbeitsalltag anders zu gestalten.

In dieser Zeit sollten Unternehmen die abnehmende Motivation nicht anprangern, sondern der Saisonalität positive Aspekte abgewinnen. Dafür können beispielsweise Team-Meetings helfen, in denen das Jahr reflektiert wird,

so Tesche. Daneben sollten Unternehmen flexiblere Arbeitszeiten einräumen und zumindest längere oder mehr Pausen einplanen. Dann hätten die Mitarbeiter auch mehr Zeit, um Weihnachtsgeschenke zu besorgen – das täten sie wahrscheinlich sowieso schon – allerdings heimlich.

Mitarbeiter hätten lieber mehr Gehalt als ein Weihnachtsgeschenk vom Chef

Und wenn sie sich vom Chef zu Weihnachten etwas wünschen könnten, was wäre das dann? 48 Prozent und damit die meisten deutschen Angestellten hätten lieber einen finanziellen Ausgleich – entweder in Form einer Gehaltserhöhung (32 Prozent) oder durch einen Bonus (16 Prozent). Knapp jeder Dritte (31 Prozent) wünscht sich mehr Freizeit oder flexiblere Arbeitszeiten. 17 Prozent hätten lieber mehr Freizeit als eine Beförderung (sieben Prozent) und acht Prozent wünschen sich einen Bürohund oder eine Bürokatze.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.