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Jüngere und höher Gebildete sehen die digitale Arbeitswelt positiver

Frau im Büro telefoniert
Die telefonische Kommunikation mit Kollegen tritt im Zuge der Digitalisierung immer mehr in den Hintergrund.
Foto: © Antonioguillem-stock.adobe.com

Im Auftrag von Hirschtec wurden vom 23. Juli bis zum 4. August 1003 Berufstätige in Deutschland zum Thema “Digitale Kommunikation und Zusammenarbeit in Unternehmen 2020” bevölkerungsrepräsentativ befragt. Danach scheint das Telefon als Kommunikationsinstrument zunehmend an Bedeutung zu verlieren.

E-Mails verdrängen Telefon, Chats nehmen zu

Während in einer Umfrage von 2017 noch 63 Prozent der Berufstätigen angaben, das Telefon häufig oder sehr häufig für den direkten Austausch mit Kollegen zu nutzen, sind es heute nur noch 51 Prozent. Aktuell steht an zweiter Stelle mit 50 Prozent die Kommunikation per E-Mail. Den Chat nutzt knapp ein Drittel (32 Prozent). Von den Mitarbeitern unter 40 Jahren greifen bereits 44 Prozent beim internen Austausch auf Chat-Dienste zurück – vermutlich, weil sie auch privat häufiger Messenger-Dienste wie etwa WhatsApp nutzen. Berufstätige mittlerer und älterer Altersklassen sind bei dieser digitalen Technik noch zurückhaltender: Lediglich rund jeder Vierte kommuniziert oft oder sehr oft via Chat. Dagegen nutzen beispielsweise die 40- bis 49-Jährigen mit 62 Prozent noch häufiger E-Mails.

Je höher der Bildungsgrad, umso häufiger wird gechattet

Die Betrachtung nach Bildungsabschlüssen zeigt, dass von den Befragten mit Volks-/Hauptschulabschluss nur 18 Prozent Chat-Dienste nutzen. Von den Studienteilnehmern mit Abitur oder Universitätsabschluss sind es 46 Prozent. Von der letzteren Gruppe kommunizieren auch drei Viertel (75 Prozent) per E-Mail gegenüber nur einem Viertel (24 Prozent) der Volks- und Hauptschulabsolventen. Laut Studie könnten die Unterschiede darauf zurückzuführen sein, dass Berufstätige mit niedrigerem Bildungsabschluss oft in handwerklichen oder produktionsnahen Berufen arbeiten, in denen die digitale Kommunikation noch eine untergeordnete Rolle spielt, während unter den Mitarbeitern mit höherem Schulabschluss viele Wissensarbeiter sind, die digitale Technologien nutzen.

Jüngere und höher Gebildete glauben eher, dass digitale Tools produktiver machen

Von den Befragten unter 40 Jahren stimmen 62 Prozent der Aussage zu, dass digitale Tools (unter anderem Intranet, virtuelle Arbeitsräume, Dateiaustausch) sie langfristig produktiver arbeiten lassen. Von den Älteren stimmt dem weniger als jeder zweite zu. Auch hier spielt der Bildungsabschluss eine Rolle: Von den Studienteilnehmern mit Volks- oder Hauptschulabschluss ist nur etwas mehr als ein Drittel (36 Prozent) vom nachhaltigen Nutzen solcher digitaler Werkzeuge überzeugt, von jenen mit mittlerem Abschluss ist es gut die Hälfte (55 Prozent) und bei den Befragten mit Abitur oder universitärer Bildung sind es fast zwei Drittel (62 Prozent).

Mehr als jeder zweite Mitarbeiter wünscht sich flexible Arbeitsmodelle

Die Befragungsergebnisse zeigen außerdem, dass Mitarbeiter von ihrem Arbeitgeber präventive Maßnahmen erwarten, damit digitaler Stress vermieden wird. So legt mehr als die Hälfte starken oder sehr starken Wert auf flexible Arbeitszeit- und Arbeitsortmodelle. Dabei erhoffen sich Berufstätige in den Dreißigern (64 Prozent) diese Flexibilität deutlich häufiger als die über 60-Jährigen (46 Prozent). Über ein Drittel aller Befragten wünscht sich offizielle Regelungen zur digitalen Erreichbarkeit vom Unternehmen. Fast ein Drittel möchte klare Vorgaben dazu, welches digitale Tool für welchen Anwendungsfall genutzt werden soll. Die höher Gebildeten erwarten dies signifikant häufiger als der Durchschnitt.

Laut Lutz Hirsch, CEO von Hirschtec, müssen Unternehmen ihre Mitarbeiter kontinuierlich alters- und jobprofilspezifisch coachen, damit gerade auch ältere Arbeitnehmer und solche mit niedrigerem Bildungsabschluss digitale Tools positiv sehen, langfristig davon profitieren ihre Arbeit effizienter gestalten können.

Die Studienergebnisse stehen > hier zum Download bereit.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.