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Jung und einsam sucht…

Junge Mitarbeiter emfpinden sich im Job oft als einsam und isoliert. Es fehle ihnen im Unternehmen an Verbundenheit, so eine Studie. Führungskräfte könnten jedoch durch eine entsprechende Arbeitsstruktur und andere Maßnahmen dazu beitragen, dass sich junge Arbeitnehmer integriert fühlen.

Großraumbüros mit hohen Trennwänden, aus einem Kubus ragt eine Hand
Es muss nicht unbedingt so ein Großraumbüro sein, damit sich die Generationen Y und Z isoliert fühlen. Foto: © Mat Hayward/StockAdobe

Eine neue Studie der Krankenkasse Cigna berichtete, dass sich jeweils drei Viertel (75 Prozent) der Arbeitnehmer der Generationen Y und Z bei der Arbeit einsam und isoliert fühlen. Dafür seien auch Faktoren verantwortlich, die außerhalb der Kontrolle der Führung liegen, zum Beispiel die generelle Zunahme von SMS anstelle von Gesprächen.

Gefragt danach, warum sie ein Gefühl der Leere und Entfremdung im Job haben, antworteten die jungen Berufstätigen, dass sie glauben, ihr wahres Selbst verbergen zu müssen, und dass sie eine Kluft zwischen ihren eigenen Werten und denen ihrer Arbeitgeber wahrnehmen. Unternehmenschefs müssten das Studienergebnis ernst nehmen müssen, wenn sie nicht riskieren wollen, dass das Mitarbeiterengagement sinkt, so > Korn Ferry.

Die Ergebnisse der Studie, für die mehr als 10 000 Menschen befragt wurden, sollten ein Weckruf für Führungskräfte sein, um ein Umfeld zu schaffen, dass Mitarbeiter stärker einbezieht, sagt Kirsta Anderson, Senior Client Partner und Leiterin der Global Transformation Practice von Korn Ferry. Mitarbeiter müssten sich als Menschen anerkannt und geschätzt fühlen und nicht nur als Arbeitsproduzenten.

Permanente Besprechungen und offene Büros verhindern informelle Kommunikation unter Kollegen

Melissa Swift, Senior Client Partner für digitale Lösungen bei Korn Ferry, ist der Ansicht, dass die typische Arbeitsstruktur und das Design moderner Büros zu einem Gefühl der Einsamkeit beitragen können. So verbrächten Mitarbeiter beispielsweise häufig ganze Tage in aufeinanderfolgenden Besprechungen, so dass keine Zeit für Ad-hoc-Kommunikation bleibe. Darüber hinaus hielten offene Büroumgebungen die Mitarbeiter ironischerweise von informellen Interaktionen mit Kollegen ab.

Remote-Arbeit verstärkt das Einsamkeitsgefühl noch

Da virtuelle und Remote-Arbeit inzwischen eher zur Norm werde als Ausnahme zu sein, werde das Einsamkeitsgefühl der Mitarbeiter für Führungskräfte zu einer größeren Herausforderung, die es zu lösen gelte. Für Führungskräfte gelte es, von Remote-Mitarbeitern laufend Feedback einzuholen, um die Employee Experience zu verbessern, so Swift. Da die Angestellten auch selbst für ihr eigenes Glück verantwortlich seien, rät sie ihnen dazu, darüber nachzudenken, was sie brauchen, um sich selbst “wahr” bei der Arbeit zu fühlen, und mit Vorgesetzten darüber zu sprechen. Den Führungskräften empfiehlt sie, für Remote-Mitarbeiter nach Möglichkeit einige Tage pro Monat im Büro einzuplanen und – sofern das ein Trigger sein sollte – die Zeit für soziale Medien zu begrenzen.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.