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Adidas-Personalchefin geht nach Rassismus-Debatte

Potrait Karen Parkin.
Karen Parkin war seit dem 12. Mai 2017 Personalvorstand bei der Adidas AG. Foto: Adidas

Zum Verhängnis geworden ist der 55-Jährigen eine Aussage, die sie im vergangenen Jahr bei einer Veranstaltung der US-amerikanischen Adidas-Tochter Reebok getätigt hat. Einem Bericht im Wall Street Journal zufolge hatte sie damals gesagt, das Thema Rassimus sei “Lärm”, der nur in den USA diskutiert würde. Adidas habe ihrer Ansicht nach kein Rassismusproblem.

Seitdem ist sie bei Beschäftigten in den USA in die Kritik geraten. Im Zuge der aktuellen Protestwelle gegen Rassismus nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd hat sich der Druck auf Parkin noch weiter erhöht. Einige Beschäftigte beschwerten sich über die Britin, laut einem Handelsblatt-Bericht forderten sie vom US-Management des Konzern eine “klare Positionierung”, ein schwarzer Designer soll eine Entschuldigung verlangt haben. Nun wurde der Druck zu groß: Parkin stelle ein Rücktrittsgesuch zum 30. Juni an den Aufsichtsrat des DAX-Konzerns, der diesem mit sofortiger Wirkung zustimmte.

Parkin: “Es ist besser, wenn ich mich zurückziehe”

“Ich bekenne mich nachdrücklich zu unseren Zielen, ein Unternehmen zu
schaffen, das in noch größerem Ausmaß von Vielfalt, Teilhabe und
Gleichbehandlung geprägt ist. Mir ist allerdings klar geworden: Um das Unternehmen zu einen, ist es
besser, wenn ich mich zurückziehe und den Weg für einen Wandel bereite”, lässt sich Parkin in der Pressemitteilung der Herzogenauracher zitieren.

Mit Parkin verlässt die einzige Frau den Vorstand von Adidas, der nun wieder ausschließlich aus Männern besteht. Den Posten des Personalchefs übernimmt interimsweise der Vorstandsvorsitzende Kasper Rorsted.

Adidas verspricht mehr Diversity-Maßnahmen

Im Zuge der aktuellen Rassismus-Debatte hat Adidas einige Verbesserungen versprochen. Nach Informationen des Manager Magazins hat Konzernchef Rorsted schon eine Task Force für mehr

Die Konzernzentrale von Adidas im Sonnenaufgang
Nicht länger der Arbeitsplatz von Karen Parkin: Die Konzernzentrale von Adidas im mittelfränkischen Herzogenaurach. Foto: ©adidas-group.com/Pressefoto

Gleichberechtigung eingesetzt – und Parkin als Leiterin benannt. Auch dort sei die Kritik an ihr aber nicht abgerissen. Wie das Handelsblatt berichtet, will Adidas in den nächsten fünf Jahren rund 120 Millionen Dollar in Anti-Rassismus-Maßnahmen stecken. Zudem, schreibt das Düsseldorfer Blatt, sollen in den USA zukünftig 30 Prozent der Neueinstellungen Schwarze und Latinos sein.

Daran wird Parkin nun nicht mehr mitwirken, die seit 1997 bei Adidas beschäftigt war. Zunächst hatte sie im Adidas-Vertrieb im Vereinigten Königreich gearbeitet, ehe sie nach mehreren Stationen im Unternehmen vor fünfeinhalb Jahren die Global HR übernahm und 2017 in den Konzernvorstand berufen wurde.


Ein halbes Jahr nach ihrem Dienstantritt hat die Personalwirtschaft ein Interview mit Karen Parkins geführt. Das Gespräch können Sie in der › Hauptausgabe 1/2018 nachlesen.