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Gesundheitsbranche: Verbände unterstützen Prüfung von Impfpflicht

Impfpflicht für Pfleger?
Sollte es eine Impfpflicht für Pflegerinnen und Pfleger geben? Darüber wird schon länger gestritten. (Foto: javier_garcia – stock.adobe.com)

Fünf Berufs- und Fachverbände der Medizin- und Pflegebranche unterstützen den Vorschlag des Deutschen Ethikrates, kurzfristig die Einführung einer berufsbezogenen Impfpflicht zu prüfen. Das haben die Deutsche Krankenhausgesellschaft, die Bundesärztekammer, der Deutsche Pflegerat, die Bundespflegekammer sowie der Verband medizinischer Fachberufe in einer gemeinsamen Erklärung bekanntgegeben. Der Ethikrat hatte zuvor die Bundesregierung dazu aufgefordert, eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen etwa im Gesundheitsbereich zu prüfen. Auch die Wissenschaftler der Leopoldina hatten sich dafür ausgesprochen.

Sollte die Politik eine solche Pflicht einführen, wollen auch die fünf Verbände die Umsetzung unterstützen. “Eine offene, transparente und abwägende Diskussion dieser komplexen Fragestellung trägt mit dazu bei, eine Entscheidung für oder gegen eine Impfpflicht gut zu begründen und Akzeptanz zu schaffen”, heißt es  in der Erklärung.

Die Impfpflicht war bislang vor allem mit dem Argument abgelehnt worden, dass dadurch die ohnehin schon angespannte Personallage in Krankenhäusern und Pflegeheimen noch verschlimmert würde. Man könne nur schwer auf eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter der Branche verzichten, weil diese oder dieser nicht geimpft ist. Ob diese Sorge berechtigt ist, darüber herrscht noch Unklarheit. Die Erfahrungen aus anderen Ländern, die eine solche Pflicht eingeführt haben, sind nicht eindeutig.

Ist Chef vom Dienst der Personalwirtschaft Online und kümmert sich unter anderem um die Themenplanung der Webseite. Texte schreibt er vor allem über Themen aus den Bereichen Arbeitsrecht, Digitalisierung und dem Mittelstand.